Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Löwengraben in der Stadt Luzern wird schöner – aber wohl nur ein bisschen

Die Neugestaltung des Löwengrabens sei misslungen, so lautet der Vorwurf nach Abschluss der Sanierungsarbeiten. Nun fordert das Parlament Korrekturen – und mehr Pflanzen.
Robert Knobel

«Neugestaltung Grendel/Löwengraben»: Unter diesem vielversprechenden Titel bewilligte das Luzerner Stadtparlament 2015 einen Kredit von 3,7 Millionen Franken. Im Fall des Löwengrabens wurde dies mit folgender Visualisierung illustriert:

(Bild: Stadt Luzern)

(Bild: Stadt Luzern)

Jetzt, nach Abschluss der Sanierungsarbeiten, sieht der Löwengraben so aus:

(Bild: Nadia Schärli, Luzern, 15. März 2019)

(Bild: Nadia Schärli, Luzern, 15. März 2019)

Das Resultat dieser Neugestaltung ist gemäss der Mehrheit des Stadtparlaments ernüchternd: Eine breite Asphaltpiste, die vor allem von verirrten Autofahrern benützt wird, sterile Strassenränder ohne Leben. «Es gibt immerhin ein Sitzbänkli» – neben einer Abfalltonne, sagte Albert Schwarzenbach (CVP) lakonisch. Auch Luzia Vetterli (SP) vermisst im Löwengraben einen «Ort, an dem man verweilen kann». SP und Grüne forderten deshalb per Postulat eine Aufwertung und Begrünung des Löwengrabens. Vorstellbar seien etwa neue Sitzbänke, Blumenrabatten, Pflanzentröge oder Bäume. Der Vorstoss wurde mit 22 zu 21 Stimmen knapp überwiesen – gegen den Willen des Stadtrats, der keinen Handlungsbedarf sieht.

War eine Aufwertung gar nicht das Ziel?

Tatsächlich galt es am Donnerstag im Parlament auch ein gewisses Missverständnis bezüglich Löwengraben zu klären. «Die Sanierung des Löwengrabens war bewusst nicht als Aufwertungsprojekt gedacht», sagte Jules Gut (GLP) und rief in Erinnerung, dass dies das Parlament 2015 selber so beschlossen habe. «Es ging lediglich darum, eine hintere Erschliessung der Altstadt zu sanieren», so Gut. Diese Perspektive hat offenbar auch der Stadtrat, der zusätzliche Aufwertungselemente wie Blumenkisten oder Hochbeete bloss als Sicherheitsrisiko sieht. Und zum Bäume pflanzen sei es ohnehin zu spät, wie Stadtrat Adrian Borgula erklärte: «Sonst müsste man den neuen Belag wieder aufreissen.»

Eine fast 20-jährige Vorgeschichte

Der Stadtrat muss nun also Möglichkeiten zur weiteren Aufwertung des Löwengrabens aufzeigen. Doch zur repräsentativen Prachtstrasse wird er wohl nie werden, soviel ist nun klar. Das erstaunt – zumal um die Aufwertung von Grendel und Löwengraben eine fast 20-jährige Vorgeschichte hat.

In den damaligen Parlamentsdebatten waren teils euphorische Voten zum Löwengraben zu hören: Der einstige Hinterhof der Stadt werde dank der Sanierung zum pulsierenden Treffpunkt und zur attraktiven Geschäftslage. Vielleicht – auch dies war in der Debatte vom Donnerstag zu hören – braucht die Strasse einfach etwas Zeit, um ihre neuen Vorzüge zu entfalten. «Die Stunde der Wahrheit kommt im Sommer, wenn die Gastrobetriebe im Löwengraben erstmals die neuen Freiflächen benutzen können», sagte Albert Schwarzenbach.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.