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Interview

Der Kirchenchor Malters feiert sein Jubiläum mit 130 Sängern

160 Jahre zählt der Kirchenchor St. Martin Malters und kann nicht über Mitgliederschwund klagen – auch dank der fruchtbaren Kooperation mit seinem Projektchor. Wir haben mit der aktuellen Chorleiterin Elsbeth Thürig gesprochen.
Robert Knobel

Der Kirchenchor St. Martin Malters feiert am 5. Mai sein 160-jähriges Bestehen mit einem grossen Konzert. Zusammen mit drei Solisten und dem verstärkten Orchesterverein Malters wirken unter der Leitung von Elsbeth Thürig-Hofstetter rund 130 Sängerinnen und Sänger mit, insgesamt sind über 170 Musizierende involviert. Aufgeführt wird die «Cäcilienmesse» von Charles Gounod. Wir haben mit der Chorleiterin Elsbeth Thürig gesprochen.

Chorleiterin Elsbeth Thürig (Bild: PD)

Chorleiterin Elsbeth Thürig (Bild: PD)

Als der Kirchenchor Malters 2009 sein 150-jähriges Bestehen feierte, zählte er nur noch 26 Mitglieder. Heute sind es mehr als doppelt so viele. Wie haben Sie das geschafft?

Elsbeth Thürig: Ich leite den Chor zusammen mit meinem Mann. Als Co-Leiterpaar stellen wir das gemeinsame Singen ins Zentrum. Es ist unser oberstes Ziel, dass Sängerinnen und Sänger an einem Probeabend musikalisch und stimmlich profitieren können, und sich in der gemeinsamen Probe wohl und getragen fühlen. Gleichzeitig wollen die Singenden herausgefordert werden. Die Leitung muss sie bei ihren musikalischen Fähigkeiten abholen. Auch Humor hat seinen Platz. Ein gelockerter Körper und ein freundliches Gesicht sind für einen schönen Chorklang nicht zu unterschätzen. Sicher ist auch die Wahl der Literatur ein wichtiger Aspekt für erfolgreiche Chorarbeit. Wir pflegen bewusst unterschiedlichste Stilrichtungen und suchen je nachdem die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Orchesterverein oder einer Begleitband. Wir investieren viel Zeit und Energie in die Wahl der Literatur und scheuen uns nicht davor, angepasste Arrangements für Chor und Instrumentalisten selber zu erstellen.

In Malters gibt es nicht nur den traditionellen Kirchenchor, sondern auch den daraus hervorgegangenen Projektchor, der auf weltliche Musik setzt. Sind die beiden Chöre keine Konkurrenz?

Für uns als Co-Leitung war der Start in Malters ebenfalls ein Wagnis. Als Ehepaar leiteten wir erstmals gemeinsam einen Chor, planten neu als Team Konzertprogramme und bauten nebst dem Kirchenchor einen neuen Projektchor auf. Der Kirchenchor liess sich damals auf dieses Wagnis ein und war bereit, den Probeabend jeweils projektweise mit dem Projektchor zu teilen. Insofern stellt der Projektchor keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung dar. Wer in beiden Chören mitwirkt, dem wird ein ganzjähriges, äusserst vielseitiges Chorprogramm geboten. Dieser Umstand hat sicher ebenfalls dazu beigetragen, dass der Kirchenchor Malters heute wieder fast 60 Mitglieder zählt. Als Stammverein heisst der Kirchenchor zudem interessierte Sängerinnen und Sänger aus dem Projektchor immer sehr herzlich willkommen. Das ist für Neumitglieder sehr zentral. Zugleich dürfen alle Singenden bei einem Folgeprojekt auch Pause einlegen. Die Leitung muss sich entsprechend bei jedem neuen Programm auf ein neues Ensemble einlassen.

Der Projektchor – der kürzlich etwa Hippie-Musik aufführte – scheint aber doch viel mehr Sänger anzulocken als der Kirchenchor. Hat Kirchenmusik überhaupt eine Zukunft?

Gute Chormusik kann verschiedenste Facetten haben: Sie kann weltlich oder geistlich sein, in Latein, englischer oder deutscher Sprache erklingen, sie kann aus der Pop- und Rockmusik entstammen oder sich einem alten Volkslied bedienen. Gute Chormusik muss die Singenden berühren. So lässt sich jede Sing-Generation auf verschiedenste Epochen der Musikgeschichte ein. Wir bemühen uns, dass die Singenden im Verlauf der Probephase einen echten Zugang zu einem Werk finden. Bei einer romantischen Messe braucht dieser Zugang vielleicht etwas mehr Zeit als bei einem bombastischen Queen Song. Handkehrum prägt sich ein lebhaftes Gloria oder ein berührendes Kyrie genau so tief ein. Als Co-Leiterpaar praktizieren wir selbst verschiedene musikalische Stilrichtungen und bemühen uns, diese den Sängerinnen und Sänger möglichst authentisch zu vermitteln. Inzwischen dürfen wir bei Hochfesten und gewöhnlichen Sonntagsgottesdiensten meist auf 60 bis 80 Sängerinnen zählen. Beim aktuellen Jubiläumskonzert sind es sogar gegen 130. Insofern scheint auch die Kirchenmusik durchaus eine Zukunft zu haben.

Hinweis: Jubiläumskonzert am Sonntag, 5. Mai, um 17 Uhr in der Kirche St. Martin Malters. Der Eintritt ist frei (Kollekte).

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