Denise Zemp schloss die Handelsschule mit Note 5,6 ab: «So bin ich für die Zukunft gerüstet»

Sich während der Arbeit weiterbilden, erfordert viel Engagement. Das sagt Denise Zemp (24) aus Doppleschwand. Sie arbeitet als Floristin, tritt als Schlagersängerin auf – und hat nebenbei die Handelsschule absolviert. Diese schloss sie mit Bestnote ab.

Alexander von Däniken
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Denise Zemp im Blumenladen Bölsterli in Willisau, wo sie als Floristin arbeitet. (Bild: Philipp Schmidli, 27. Juni 2019)

Denise Zemp im Blumenladen Bölsterli in Willisau, wo sie als Floristin arbeitet. (Bild: Philipp Schmidli, 27. Juni 2019)

Digitalisierung, unsichere Jobaussichten: Gut, wer sich weiterbildet. Das bestätigt das Weiterbildungszentrum (WBZ) Kanton Luzern. Prorektorin und Leiterin des Bildungsgangs Diplom-Handelsschule, Olivia Müller: «Generell ist eine berufliche Weiterbildung in jedem Fall gefragt, weil die Inhalte sehr nah an den aktuellen Bedürfnissen der Wirtschaft sind, die neuen Kompetenzen partnerschaftlich zwischen Dozierenden und Studierenden erarbeitet werden und das persönliche Erfolgserlebnis danach ein starkes Selbstbewusstsein und eine hohe Lebensfreude bescheren.»

Das WBZ zählt jedes Jahr 1200 Studenten, die von 150 Dozenten in über 50 Bildungsgängen und Kursen in den Bereichen Wirtschaft und Informatik, Gewerbe und Technik sowie Berufsalltag weitergebildet werden.

Mit Note 5,6 abgeschlossen

Eine der Studentinnen war Denise Zemp. Die 24-Jährige aus Doppleschwand hat während eines Jahres die Handelsschule absolviert, daneben zu 80 Prozent als Floristin gearbeitet und Auftritte als Schlagersängerin wahrgenommen. Letzten Freitag konnte sie ihr Diplom entgegennehmen. Mit einer 5,6 erhielt sie die Bestnote. Über das Weiterbildungsjahr sagt sie, dass es streng gewesen sei, insbesondere an Schularbeiten zu Hause hat sie sich gewöhnen müssen.

«Aber dank des tollen Rückhalts von meinem Partner, der Familie und Freunden ist es gut gegangen.»

Denise Zemp hat nach der Lehre sechs Jahre als Floristin gearbeitet. «Weil die Zukunft dieser Branche ungewiss ist und sich in meinem Umfeld immer mehr Menschen für eine Weiterbildung interessierten, habe auch ich mir Gedanken gemacht.» Die Wahl fiel schliesslich auf die Handelsschule. Diese Ausbildung sei sehr breit und öffne ihr viele Türen. Die Kosten von 5000 Franken seien zwar für eine Floristin, die Teilzeit arbeitet, relativ hoch. «Aber es ist eine Investition in die Zukunft.»

Wie die Zukunft mittelfristig aussehen wird, weiss Zemp noch nicht. «Vorerst will ich als Floristin weiterarbeiten, meinen Partner, der selbstständig ist, unterstützen und auch meinen Eltern, die ein Gartenbaugeschäft haben, aushelfen.» Das Standbein als Schlagersängerin soll weiterhin eines bleiben. «Ich will aber nicht alles auf eine Karte setzen.» Sie singt seit drei Jahren, habe viel erlebt, das soll so weitergehen.

Zemps hohe Motivation ist laut Olivia Müller kein Einzelfall: «Die Studierenden machen die Weiterbildung freiwillig, selbstbestimmt und tragen die Kosten selber oder diese werden vom Arbeitgeber übernommen.» Die Erfolgsquote über alle WBZ-Bildungsgänge in der berufsorientierten Weiterbildung und höheren Berufsbildung gesehen liegt bei 94 Prozent. Auch das Interesse werde weiter zunehmen, «weil vertieftes Fachwissen im erlernten Beruf verlangt wird oder der Berufstätige sich vermehrt umschulen lassen will».