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Das Flaggschiff «Stadt Luzern» wird in der Werfthalle flottgemacht

Rund 80'000 Arbeitsstunden sind für die Revision der «Stadt Luzern» nötig. Ziel ist unter anderem, Teile des Dampfschiffs wieder in den Originalzustand von 1928 zu versetzen, wie ein Rundgang zeigt.
Fabienne Mühlemann
Dennis Eger (links) und Bernhard Arnold beim Befestigen des Kamin-Halters (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Dennis Eger (links) und Bernhard Arnold beim Befestigen des Kamin-Halters (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Ein Arbeiter bei der Schweissarbeit. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Ein Arbeiter bei der Schweissarbeit. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Die «Stadt Luzern» von oben (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Die «Stadt Luzern» von oben (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Ein Blick auf die beiden Kessel (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Ein Blick auf die beiden Kessel (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Die Türen wurden abmontiert. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Die Türen wurden abmontiert. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Das untere Schiffsdeck (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Das untere Schiffsdeck (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Auch die Elektronik muss zum Teil ausgewechselt werden. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Auch die Elektronik muss zum Teil ausgewechselt werden. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Ein Blick in den Queens-Saal (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Ein Blick in den Queens-Saal (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Hier wurde eine Tür abgedeckt. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Hier wurde eine Tür abgedeckt. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Dennis Eger und Bernhard Arnold betrachten den Kamin-Support. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Dennis Eger und Bernhard Arnold betrachten den Kamin-Support. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Die Kapitäns-Kabine. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Die Kapitäns-Kabine. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Das Dampfschiff Stadt Luzern von oben. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Das Dampfschiff Stadt Luzern von oben. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
Der Kamin wurde zuerst entfernt. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)Der Kamin wurde zuerst entfernt. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)
16 Bilder

Die «Stadt Luzern» wird revidiert

Es ist laut in der Werfthalle in Luzern. Arbeiter verrichten gerade Schweissarbeiten, Funken sprühen durch die Luft. «Ja nicht direkt in das Licht schauen», ermahnen die Arbeiter bei einem gestrigen Besuch, denn die Augen könnten sonst Schäden davon tragen.

Es ist einiges im Gange. Das erste, was auffällt, wenn man die Halle betritt, ist die Dimension der «Stadt Luzern», die direkt vor den Besuchern emporragt. Momentan befindet sich das Flaggschiff der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) in Revision. Am 26. März wurde der Dampfer mit einer Kapazität für 1100 Personen in die Werfthalle befördert. Im Frühling 2021 soll er wieder die ersten Besucher willkommen heissen dürfen. Vorher werden rund 80000 Arbeitsstunden in die Revision investiert.

Aussenhaut ähnelt einem Flickenteppich

Es ist eng in der Werft. «Die Halle wurde so gebaut, dass das grösste Schiff – die Stadt Luzern – gerade so Platz darin hat», erklärt Projektleiter David Müller. Wir können einen Blick in die Küche werfen, wo ebendiese Schweissarbeiten durchgeführt werden. Geht man weiter Richtung Heck, entdeckt man Flickarbeiten an der Aussenhaut – die Wand, welche das Schiff vom Wasser trennt. «An den Stellen, wo Wasser und Luft an die Aussenhaut gelangen, ist die Abnutzung am grössten. Daher muss etwa ein Drittel davon ersetzt werden. Am Schluss wird aber alles übermalt und man kann die eingesetzten Stücke nicht mehr erkennen», so Müller.

So eng ist es derzeit in der Werfthalle. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)

So eng ist es derzeit in der Werfthalle. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 11. April 2019)

Wir betreten das Schiff und treffen nun auf den Hauptgrund, weshalb es revidiert werden muss. «Es befinden sich immer noch die beiden Originalkessel von 1928 im Schiff. Diese haben nun die Zulassung nicht mehr bekommen. Deswegen müssen sie ausgewechselt werden», erklärt der Projektleiter. Neu wird aber nur noch ein Kessel, welcher im Oktober geliefert wird, eingebaut. Dieser sei im Durchmesser rund 20 Zentimeter grösser. Um diesen einzubauen, müssen das Dach und die Wände herum entfernt werden. Eine aufwendige Arbeit.

Revision kostet 13,2 Millionen Franken

Die ganze Revision kostet insgesamt 13,2 Millionen Franken, wenn alle Zusatzarbeiten einberechnet werden. Damit ist die Revision der «Stadt Luzern» die teuerste aller Dampfschiffe. Mit rund 4 Millionen will sich der Verein Dampferfreunde Vierwaldstättersee beteiligen, rund eine Million übernehmen die kantonale Denkmalpflege und der Bund. «Das Schiff soll unter Denkmalschutz gestellt werden», erklärt Müller. «Daher revidieren wir es nach der Charta von Barcelona. Das bedeutet, dass der Fokus auf der Originalsubstanz liegt. Geht ein Originalteil kaputt, wird es daher nicht einfach nachgebaut.»

Der Baustellenleiter, Bernhard Arnold, stösst zu uns. Bereits seit 1991, also seit 28 Jahren, ist der Schreiner mit an Bord. Er war bei allen Revisionen der fünf SGV-Dampfschiffe mit dabei. «Mich fasziniert vor allem die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen. Ausserdem sind die Arbeiten immer anders, kein Schiff gleicht dem anderen.» Man spüre auch das Interesse der Bevölkerung. «Ich werde häufig auf die Arbeit angesprochen», so Arnold. David Müller, der seit elf Jahren bei Shiptec, einer Tochterfirma der SGV, arbeitet, erwähnt das durchschnittlich hohe Dienstalter beim Werftbetrieb. «Ein grosses Know-how ist im Schiffbau sehr wertvoll.»

Nun geht es in den historischen Part des Schiffes, den «Queens Salon». Als Queen Elizabeth II im Jahr 1980 die Schweiz besuchte, wurde die «Stadt Luzern» für die Fahrt von Luzern zum Rütli ausgewählt. Daher der Name des 1.-Klasse-Salons. «Hier werden die Innensanierungen beginnen», erklärt David Müller. Man will den «Queens-Saal» wieder ähnlich herstellen, wie er früher war. Die blau-grauen Säulen und Wände sollen wieder mit den Originalfarben versehen werden. Der Holzboden wurde rausgerissen, weswegen Leimreste die Bodenfläche bedecken. «Es wird wieder ein Teppich mit Blumen darauf eingesetzt. Das war früher sehr edel», erklärt Müller.

Nachdem die Arbeiten abgeschlossen sind, sollte das Schiff etwa 25 Jahre ohne grössere Revision auskommen. Das Zentralschweizer Kulturgut wird man dann also für längere Zeit wieder auf dem Vierwaldstättersee bewundern können.

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