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Neuer Stadtrundgang in Luzern führt auf die Spuren von Carl Spitteler

Von der Liegenden am Quai bis zum Am-Rhyn-Haus in der Altstadt: Luzern Tourismus bietet eine neue Stadtführung an und präsentiert in über zehn Stationen das Leben und Wirken des Literaturnobelpreisträgers. Start ist im Mai.
Sandra Monika Ziegler

Carl Spitteler (1845-1924) ist in aller Munde: Vor 100 Jahren erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Dies nahm Luzern Tourismus zum Anlass, eine Stadtführung auf den Spuren Spittelers ins Leben zu rufen. Tatsächlich hat der bisher einzige Schweizer Literaturnobelpreisträger in Luzern viele Spuren hinterlassen. Spitteler lebte seine letzten 32 Jahre zusammen mit seiner Frau Maria op den Hooff und den beiden Töchtern Anna und Marie-Adèle in einem Zweifamilienhaus an der Gesegnetmattstrasse 12 in Luzern, das sein Schwiegervater für sich und das junge Ehepaar gebaut hatte.

Bild: Google

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Von dort hatte er eine grossartige Aussicht in die Berge und auf den See. Von seiner Wohnung aus sah er die vier Alpen Rigi, Bürgenstock, Stanserhorn und Pilatus, er nannte sie «vier guten Alpen», wobei er die Rigi am liebsten hatte.

(Bild: Nachlass Carl Spitteler, Schweizerisches Literaturarchiv, Bern)

(Bild: Nachlass Carl Spitteler, Schweizerisches Literaturarchiv, Bern)

Es waren aber nicht nur die Berge, die Carl Spitteler in die Natur trieb: Er liebte auch das Baden im See. Ihm zu Ehren wurde ein Stück Quai nach ihm benannt. Und dort ist auch die Skulptur «Die Liegende» von Roland Duss zu sehen. Der Entlebucher Künstler schuf sie im Auftrag der Stadt Luzern. Das Denkmal wurde 1940 gesetzt. Doch die Skulptur hatte nicht nur Bewunderer. Die «nackte und lässig daliegende Figur verletze die Ehrfurcht vor der Frau, monierten katholische Jugendverbände», vermerkte die Stadt in ihrem Schreiben über «Luzerns anstössige Skulpturen». Weiter ist dort zu lesen, dass daraufhin der Luzerner Stadtrat handelte und «die Kaschierung der heiklen Passagen des Unterkörpers» verordnete.

Der Marktgänger mit Extrakörben

Carl Spitteler war gerne unter Menschen und ein regelmässiger Marktbesucher, oft auch in Begleitung Griti Sachs:

(Bild: Nachlass Carl Spitteler, Schweizerisches Literaturarchiv, Bern)

(Bild: Nachlass Carl Spitteler, Schweizerisches Literaturarchiv, Bern)

Auf der Stadtführung erklärt Claudia Lang: «Er war ein guter Kunde und kaufte alles, was die Ernte hergab. Er hatte immer zwei, drei Körbe dabei und gab auch Trinkgeld, damit die Marktfrauen – von denen er als Herr Dichter angesprochen wurde – auch mal einen warmen Kaffee trinken konnten. Wer ihm mit den vollen Körben begegnete, durfte sich auch mal etwas daraus nehmen.» Er sei ein warmherziger Menschenfreund gewesen, so Lang.

Ein versierter Spitteler-Kenner ist Fritz Schaub. Er war bis vor zwei Jahren Präsident der 1975 gegründeten Spitteler-Stiftung. Die Stiftung hat den Zweck, das Andenken an Carl Spitteler und sein Werk in Luzern zu wahren und für kommende Generationen lebendig zu erhalten. Das gelingt auch mit der neuen 90-Minuten-Tour, die sich vom Spitteler-Quai bis zum Am-Rhyn-Haus in der Luzerner Altstadt erstreckt. Das Leben des Dichters wird mit Zitaten, Fotos und Bandaufnahmen näher gebracht.

So auch vor dem Gotthardgebäude am Schweizerhofquai. Denn von der Gotthardbahn-Direktion erhielt Spitteler 15 Jahre nach der Eröffnung der Gotthardbahn 1894 den Auftrag, ein Gotthardbuch zu schreiben. Das Buch erschien 1896 in einer Auflage von 4000 Exemplaren, das Honorar betrug 7000 Franken. Für Spitteler eine Herzenssache, denn es zog ihn immer wieder über den Gotthard – über 30 Mal. Mit dem ehemaligen Kino Apollo in der Hertensteinstrasse wird eine weitere Seite Spittelers gezeigt: seine Liebe zum Kino, die er mit knapp 70 Jahren entdeckte. Die Tour ist ab sofort für Gruppen buchbar. Am 11. Mai findet die nächste öffentliche Führung für Einzelgäste statt.

Hinweis: Informationen zum Jubiläumsjahr Carl Spitteleres: www.spitteler.ch

Leseempfehlung von Adolf Muschg im Literaturclub auf SRF:

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