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«Bueri-Dörfli» soll sein Aussehen behalten – das verärgert Hausbesitzer

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision will der Buchrainer Gemeinderat das «Bueri-Dörfli» und eine weitere Siedlung umzonen. Dies würde aber künftige Um- und Ausbauten einschränken, kritisieren einige Hausbesitzer.
Roman Hodel
Das «Bueri-Dörfli». (Bild: Dominik Wunderli, Buchrain, 22. Mai 2019)

Das «Bueri-Dörfli». (Bild: Dominik Wunderli, Buchrain, 22. Mai 2019)

Die selbsternannte «Oase über dem pulsierenden Rontal» – Buchrain – plant ihre Zukunft. Hierfür läuft momentan die Revision der Ortsplanung. Grob umfasst will der Gemeinderat die Siedlungen an verkehrsmässig gut erschlossenen Lagen verdichten, gleichzeitig aber den ländlichen Charakter bewahren (wir berichteten). Will heissen: Grossüberbauungen wie im Krienser Mattenhof sind nicht vorgesehen. Nun hat der Gemeinderat einen Bericht zum Mitwirkungsverfahren veröffentlicht. Demnach nutzten 20 Privatpersonen, vier Unternehmen, die Korporation Buchrain, der WWF Luzern sowie SP und FDP die Gelegenheit, sich einzubringen.

Innerhalb der Gebäude sind Umbauten weiterhin möglich

Auffallend viele Eingaben betreffen die Reihenhäuser-Überbauungen Bueri-Dörfli und Lindenweg. Der Gemeinderat will diese neu in die sogenannte Volumenerhaltungszone E einteilen. Diverse Eigentümer von betroffenen Häusern stören sich aber am «engen Korsett», das ihnen bei Um- und Ausbauten übergestreift würde. Der Buchrainer Bauvorsteher Heinz Amstad (FDP) sagt dazu: «Mit der Überführung in die neue Zone wollen wir das äussere Erscheinungsbild der beiden Siedlungen erhalten, denn sie sind identitätsstiftend für viele Buchrainerinnen und Buchrainer.» Innerhalb der Gebäude wären Umbauten aber weiterhin möglich, etwa auch der Ausbau des Dachstockes, betont Amstad. Aktuell gilt für die beiden Siedlungen bereits ein Gestaltungsplan. Will heissen: Am äusserlichen Gesamtkonzept darf schon heute nicht gerüttelt werden.

Störende Fusswege

Ebenfalls zu reden gaben im Mitwirkungsverfahren die diversen geplanten Rad- und Fusswegverbindungen im Siedlungsgebiet. Meist stammten die Eingaben von Direktbetroffenen. Da ärgert man sich schon mal über einen Fussgängerweg, der ausgerechnet vor dem eigenen Sitzplatz vorbeiführen soll. Der Gemeinderat schreibt dazu im Mitwirkungsbericht: «Eine gute Durchwegung des Siedlungsgebiets ist ein wichtiges Anliegen der Gemeinde. Dies wird auch im Siedlungsleitbild zum Ausdruck gebracht.» Amstad beruhigt jedoch: «Die geplanten Rad- und Fusswegverbindungen sind dem Richtplan entnommen und ein Richtplan gibt wie der Name schon sagt nur die Richtung vor.» Mit anderen Worten: Ein Weg könne dereinst auch in der Nähe vorbeiführen.

Auch zum Lindenweg-Quartier in Buchrain sind viele Rückmeldungen eingegangen. (Bild: Dominik Wunderli, Buchrain, 22. Mai 2019)

Auch zum Lindenweg-Quartier in Buchrain sind viele Rückmeldungen eingegangen. (Bild: Dominik Wunderli, Buchrain, 22. Mai 2019)

Der WWF Luzern fand derweil, die Gemeinde solle im Bereich Feld/Leisibach sowie bei der Schürmatt Bauland auszonen, weil sich diese Gebiete am Siedlungsrand befinden und die Erschliessung mit dem ÖV ungenügend ist. Dafür hat der Gemeinderat aber kein Gehör und findet im Mitwirkungsbericht klare Worte: Buchrain sei «keine Auszonungsgemeinde», denn sie liege auf der Hauptentwicklungsachse des Kantons Luzern. Heinz Amstad ergänzt: «Zumal die Begründung mit der schlechten ÖV-Erschliessung nicht stimmt – ab Dezember erhalten wir den Viertelstundentakt Richtung Ebikon und eine neue Busverbindung nach Gisikon-Root.» Im Gegenzug schmettert der Gemeinderat aber auch Forderungen nach zusätzlichen Bauzonen ab.

Wieso sagen CVP, SVP und Grüne nichts?

Das weitere Vorgehen sieht nun wie folgt aus: Amstad erwartet «in den nächsten Wochen» vom Kanton das Resultat der Vorprüfung. Danach werde die Gemeinde das abschliessende Bau- und Zonenreglement erarbeiten. Dessen öffentliche Auflage folgt dann im Herbst dieses Jahres – mit der Möglichkeit für Einsprachen. Im besten Fall käme die Ortsplanungsrevision im nächsten Februar an die Urne.

Warum sich nur zwei Parteien geäussert haben

Der Buchrainer Bauvorsteher Heinz Amstad (FDP) zieht bezüglich Mitwirkung eine positive Zwischenbilanz: «Es sind letztlich viele gute Rückmeldungen eingegangen.» Einziger Wermutstropfen ist für ihn, dass sich von den politischen Parteien nur seine – die FDP – und die SP geäussert. CVP, SVP und Grüne blieben stumm. Amstad sagt: «Ein Mitwirkungsverfahren ist doch eine Chance, sich in den politischen Prozess von Anfang an einzubringen.» Die SVP habe sich sehr wohl eingebracht, sagt Karin Hess, Kommunikationsverantwortliche der Ortspartei: «Bereits bei der Erarbeitung.» Und weil man mit dem Ergebnis zufrieden sei, habe die SVP auf eine Stellungnahme im Mitwirkungsverfahren verzichtet. Ähnlich klingt es bei der CVP: «Wir haben uns indirekt eingebracht und zwar über unsere Vertreter in der Gemeindeplanungskommission», sagt Präsident Walter Graf. Die Grünen mussten laut Eva Lerch von der Ortsgruppe Buchrain aus Kapazitätsgründen passen, aktiv beteiligt habe man sich an der Vernehmlassung zum Siedlungsleitbild und aktuell beim Generationenprojekt Dorfzentrum Buchrain. (hor)

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