Bildung
Der Platz wird knapp: Meierskappel plant Ausbau des Schulhauses

Besonders für den Kindergarten und die Tagesstrukturen besteht grosser Handlungsbedarf. Der Gemeinderat hat darum einen «sportlichen» Zeitplan aufgestellt.

Stefan Dähler
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Der Schulraum ist knapp in Meierskappel. Dies einerseits, weil die Zahl der Schulkinder in den nächsten Jahren zunehmen wird. Andererseits genügen die vorhandenen Räume in der Anlage Höfli den heutigen Anforderungen nicht mehr. Darum läuft derzeit die Planung für einen Umbau sowie die Erweiterung des Schulhauses, wie dem Mitteilungsblatt «Gemeinde-Info» zu entnehmen ist. «Geplant ist ein Erweiterungsbau an der Turnhalle sowie ein zweiter Kindergarten», sagt Schulvorsteherin Alexandra Iten Bürgi (parteilos).

Der Erweiterungsbau des Schulhauses Höfli ist hinter der Turnhalle geplant.

Der Erweiterungsbau des Schulhauses Höfli ist hinter der Turnhalle geplant.

Bild: Dominik Wunderli (Meierskappel, 5. November 2021)

Vorgesehen ist, dass das Stimmvolk im September 2022 über das Projekt abstimmt, der Baustart soll 2023 erfolgen. «Der Zeitplan ist sportlich, denn es eilt. Ab 2024 kommen geburtenstarke Jahrgänge ins Kindergartenalter und der Handlungsbedarf bei den Tagesstrukturen ist gross», sagt Iten Bürgi. Letztere seien derzeit in der ehemaligen Hauswartwohnung untergebracht, der Bedarf habe in den letzten Jahren stark zugenommen. «Heute werden dort rund 25 Kinder betreut, der Platz reicht nicht mehr. Teils müssen Kinder im Foyer essen, wo es kalt und ungemütlich ist.»

Kosten im tieferen einstelligen Millionenbereich

Wie viel das Bauprojekt kosten wird, steht noch nicht fest. «Derzeit stehen verschiedene Varianten zur Diskussion, über die der Gemeinderat entscheiden muss», sagt Iten Bürgi. Dabei gehe es etwa um die Gestaltung des Aussenraums. Grundsätzlich sei die Finanzierung eines solchen Projekts für eine kleine Gemeinde herausfordernd, zumal Meierskappel zuletzt bereits ein neues Mehrzweckgebäude realisiert hat und weitere Investitionen anstehen. «Wir sind aber zuversichtlich, ein Projekt auf die Beine stellen zu können, das unseren Verhältnissen entspricht. Es wird finanziell ein Brocken sein, aber ein verdaubarer.» Das bedeute, die Kosten werden im tieferen einstelligen Millionenbereich liegen, so Iten Bürgi.

Der Anbau soll gleich hoch sein wie die bestehende Turnhalle und im unteren Geschoss Platz bieten für einen Geräteraum. Oben sind zusätzliche Schulräume sowie ein Besprechungszimmer geplant. «Ein solches fehlt derzeit, Gespräche müssen in den Schulzimmern stattfinden, was nicht ideal ist, wenn es um heikle Themen geht und Fachpersonen beteiligt sind», sagt Iten Bürgi. Durch Raumrochaden entsteht mehr Platz für die Tagesstrukturen. Die Hauswartwohnung soll aber weiterhin als Rückzugsraum genutzt werden.

Zusätzliche Räume werden langfristig benötigt

Derzeit werden im Höfli rund 135 Primarschulkinder unterrichtet (die Sek besuchen die Jugendlichen aus Meierskappel in Rotkreuz). Bis etwa 2025 wird ein Anstieg auf schätzungsweise 160 Kinder erwartet, wobei die Entwicklung schwierig zu prognostizieren sei. «In einer kleinen Gemeinde können ein paar Familien mit zusätzlichen Geburten die Planung schon über den Haufen werfen», sagt Iten Bürgi. Danach dürften die Zahlen schrittweise wieder auf das heutige Niveau runtergehen. Die zusätzlichen Räume würden aber auch später benötigt, so Iten Bürgi:

«Die Platzbedürfnisse der Schule sind generell gestiegen. Das wollen wir nachhaltig entschärfen.»

So fehlten Gruppenräume, die beim in Meierskappel angewandten Modell der altersgemischten Klassen besonders wichtig wären. «Die Kinder arbeiten heute oft in den Gängen.» Weiter sei der Unterricht individueller geworden und es brauche auch Platz für Fachstunden oder Förderangebote wie Logopädie. Man werde die Räume so planen, dass sie flexibel verwendbar sind. Weiter soll das Schulhaus mit dem Einbau eines Lifts auch rollstuhlgängig werden. Die Bauzeit will der Gemeinderat möglichst ohne Provisorium bewältigen. «Wir wollen die Pausenfläche nicht weiter verkleinern.» Durch den Erweiterungsbau gehe bereits ein Teil des Platzes neben der Turnhalle verloren.