Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bauprojekt auf Ottiger-Weingut in Kastanienbaum scheitert vor Bundesgericht

Das Betriebsgebäude auf dem Weingut von Toni Ottiger auf der Horwer Halbinsel darf nicht realisiert werden. Das hat das Bundesgericht entschieden. Der Bauherr ist «zutiefst enttäuscht».
Hugo Bischof
Toni Ottiger auf seinem Weingut Rosenau in Kastanienbaum. Archivbild Eveline Beerkircher

Toni Ottiger auf seinem Weingut Rosenau in Kastanienbaum. Archivbild Eveline Beerkircher

Ein mehrjähriges Verfahren hat ein Ende gefunden. Der Weinbauer Toni Ottiger darf auf seinem knapp sieben Hektaren grossen Weingut in Kastanienbaum in der Gemeinde Horw kein Betriebsgebäude bauen. Das hat das Bundesgericht entschieden. Es heisst die Beschwerden aus der Nachbarschaft gegen den Ausbau des in der Landwirtschaftszone gelegenen Weinguts gut. Im Neubau wollte Ottiger Betrieb und Wohnen zusammenlegen. Auch die Kelterei, die sich in St. Niklausen befindet, sollte nach Kastanienbaum verlegt werden.

«Ich bin zutiefst enttäuscht über das Bundesgerichtsurteil, es ist für uns unverständlich», sagt Toni Ottiger. In einem früheren Urteil habe das Bundesgericht die Zonenkonformität des Projekts bestätigt, «und jetzt lehnt es unser Vorhaben trotzdem ab». Er wirft dem Bundesgericht deshalb «Willkür» vor.

Die privaten Beschwerdeführer auf der anderen Seite sind mit dem Urteil zufrieden. Einer ihrer Sprecher, der anonym bleiben will, sagt:

«Wir werden nicht feiern, sind aber glücklich, dass das Ganze nun zu Ende ist.»

Gegen den heutigen Betrieb in der landschaftlich geschützten Zone hätten sie nichts, sagen die Beschwerdeführer. Sie seien aber gegen einen weiteren Ausbau. Sie befürchten das Entstehen einer «Kelterei-Fabrik», sagt der Sprecher der Beschwerdeführer. «Genau das wird nicht passieren», kontert Ottiger. «Das Betriebsgebäude wäre auf das betrieblich Notwendige beschränkt.» Das sei vor Gericht auch nie bestritten gewesen.

Jahrelanger Rechtsstreit

Toni Ottiger betreibt sein Weingut auf der Horwer Halbinsel seit 1981. Sein erstes Gesuch für den Bau eines neuen Betriebsgebäudes reichte er 2008 bei der Gemeinde Horw ein. Nach dem Eingang verschiedener Einsprachen von Umweltverbänden und aus der Nachbarschaft zog er sein Gesuch zurück. 2010 reichte Ottiger ein zweites Baugesuch für ein redimensioniertes Projekt ein. Dieses wurde vom Gemeinderat Horw 2011 bewilligt. Auch dagegen gab es Beschwerden, die bis vor Bundesgericht weitergezogen wurden. Dieses entschied 2014, der Bau eines Betriebsgebäudes mit Wohnungen, Degustationsraum, Kelterei sowie Lagerräumen sei zonenkonform. Dennoch hob es die Baubewilligung auf und verlangte eine weitere Reduzierung des Bauvolumens.

2015 reichte Ottiger ein drittes Baugesuch für ein weiter verkleinertes Betriebsgebäude ein. Die Eidgenössische Natur-und Denkmalschutzkommission gab ihr Einverständnis, worauf die Gemeinde Horw 2016 den Bau erneut bewilligte.

Kantonsgericht gab Toni Ottiger recht

Dagegen reichten mehrere Privatpersonen erneut Beschwerde ein. Der daraufhin folgende Entscheid des Kantonsgerichts fiel 2017 zugunsten von Toni Ottiger aus. Die Betriebsflächen und damit das gesamte Gebäude seien im Vergleich zum Vorgängerprojekt massgeblich verkleinert worden, urteilte das Kantonsgericht, der Neubau sei «betrieblich notwendig». Das Amt für Raumentwicklung (ARE) und die privaten Beschwerdeführer das Urteil danach jedoch ans Bundesgericht weiter. Dieses erachtet jetzt im Gegensatz zum Kantonsgericht die «optisch wahrnehmbare Dimensionierung des Baukörpers» trotz Reduzierung der Gebäudehöhe um 60 Zentimeter nach wie vor als «zu gross».

Toni Ottiger fragt:

«Was soll ich noch tun? Ich habe das Projekt bereits um 31 Prozent verkleinert.»

Ottiger kann nicht verstehen, dass das Bundesgericht jetzt gegen ihn entscheidet, obwohl das Eidgenössische Natur-und Denkmalschutzkommission sein Bauprojekt gutgeheissen hatte. Ob er einen erneuten Anlauf nehme, kann Toni Ottiger nicht sagen: «Wir müssten wieder ganz von vorn beginnen.»

Beschwerdeführer müssen Teil der Verfahrenskosten zahlen

Obwohl das Bundesgericht die Beschwerden gutheisst, müssen die Beschwerdeführer einen Teil der Verfahrenskosten zahlen. Das Gericht gibt ihnen nämlich nicht in allen Punkten recht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.