7. Adventsfenster: Nun sind Grittibänzen wieder Trumpf

In unserem siebten Adventsfenster zeigen wir, wie ein Verein im Michelsamt mit 4000 Grittibänzen Geld für Jugendliche sammelt. Doch woher kommt der Grittibänz-Brauch eigentlich?

Roseline Troxler 
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Ein Grittibänz kommt selten allein: Erwin Studer (links) vom Kiwanis Club holt bei Reto Frey von der Frey Bäckerei Neudorf eine Ladung Grittbänze ab.

Ein Grittibänz kommt selten allein: Erwin Studer (links) vom Kiwanis Club holt bei Reto Frey von der Frey Bäckerei Neudorf eine Ladung Grittbänze ab. 

Bild: Manuela Jans-Koch (6. Dezember 2019)

In fünf Backstuben der Region Michelsamt herrschte in den letzten Tagen Hochbetrieb. Sie produzierten mehr als 4000 Grittibänzen, welche dann von rund 25 Freiwilligen des Kiwanis Clubs Michelsamt-Beromünster verteilt werden. Die Grittibänz-Aktion gibt es seit einem Jahrzehnt, wie Werner Krähenbühl, Leiter Sozialaktivitäten des Kiwanis Clubs, sagt.

Der Grittibänz erfreut sich in der Schweiz grosser Beliebtheit – wobei er je nach Region ganz unterschiedliche Namen trägt. So ist es in Basel etwa der Grättimaa, in Zürich der Elggermaa oder im Welschland der Bonhomme.

Früher gab es mehr weibliche Grittibänzen

Der Kiwanis Klub Michelsamt verteilt bei seiner Grittibänz-Aktion rund 4000 Grittibänze.

Der Kiwanis Klub Michelsamt verteilt bei seiner Grittibänz-Aktion rund 4000 Grittibänze. 

Manuela Jans-Koch (6. Dezember 2019)

Der genaue Ursprung dieses vorweihnachtlichen Brauchs ist unklar. Laut dem Verein «Kulinarisches Erbe der Schweiz» wird er in einem Kinderumzug mit Kinderbischof in Nordfrankreich vermutet. Die älteste Meldung eines solchen Umzugs in der Schweiz ist auf einen 6. Dezember im 14. Jahrhundert datiert. Damals sollen Kinder mit einem verkleideten Kinderbischof durch die Stadt gezogen sein und danach einen Wecken aus Weissmehl erhalten haben. Laut dem Verein findet sich ausserdem eines der ältesten Zeugnisse einer Teigfigur in Menschenform am Nikolaustag in einem Niklausspruch des Zürcher Reformators Heinrich Bullinger. Dieser stammt aus dem Jahre 1546. Die Rede ist damals allerdings von einem «Frowli», einem weiblichen Grittibänz. Offenbar waren damals Grittibänzen in Frauengestalt viel verbreiteter.

Unternehmen, Gemeinden und Private machen mit

Eine Erfolgsgeschichte ist nicht nur der Grittibänz, sondern auch die Aktion des Kiwanis Clubs Michelsamt-Beromünster: «Jedes Jahr beziehen bei uns diverse Firmen, Gemeinden und Privatpersonen einen Grittibänz», sagt Werner Krähenbühl. Wie im Vorjahr können auch dieses Jahr rund 4000 Stück verkauft werden. Ein Grittibänz kostet vier Franken – gut die Hälfte gehen an die fünf Bäckereien. «Der Rest fliesst in unser Projekt Jugendsupport Michelsamt», sagt Krähenbühl. Das Geld kommt etwa Projekten der katholischen Kirche der Region zugute, welche drogen- oder alkoholabhängige Jugendliche unterstützen. Kiwanis ist eine internationale Serviceorganisation, welche sich mit verschiedensten Projekten vor allem für Kinder und Jugendliche engagiert.

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