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261 Kinder leben in einer Luzerner Pflegefamilie

Im Kanton Luzern gibt es derzeit gut 200 Pflegefamilien, die Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen bei sich aufgenommen haben. Dies zeigen die Ergebnisse der ersten Erhebung überhaupt.
Anna Girsberger
Die Geborgenheit in einer Familie ist für Pflegekinder besonders wichtig. (Symbolbild: Keystone/Laurent Gillieron)

Die Geborgenheit in einer Familie ist für Pflegekinder besonders wichtig. (Symbolbild: Keystone/Laurent Gillieron)

Wie viele Kinder und Jugendliche leben in Pflegefamilien? Diese Frage lässt sich aufgrund der vorhandenen Daten in der Schweiz nur schwer beantworten, wie das Gesundheits- und Sozialdepartement in einer Medienmitteilung feststellt. Im Kanton Luzern gab es bis vor kurzem noch keine einzige Erhebung zu diesem Thema.

Das hat sich nun geändert: Licht ins Dunkel bringt eine Umfrage der kantonalen Dienststelle Soziales und Gesellschaft. Das Ziel der bei den Gemeinden durchgeführten Umfrage bestehe auch darin, mittelfristig Daten für die schweizerische Statistik zu fremdplatzierten Kindern und Jugendlichen liefern zu können.

78 Prozent der Pflegefamilien haben ein Pflegekind

Aus der Umfrage haben sich viele neue Fakten für den Kanton Luzern ergeben: Es ist nicht nur bekannt geworden, wie viele Pflegefamilien es gibt, sondern auch, in welchem Alter sich die Pflegekinder befinden. Der grösste Anteil ist zwischen sieben und siebzehn Jahre alt. Bei der Aufnahme waren aber rund 40 Prozent der Kinder jünger als sieben. 261 Kinder und Jugendliche sind im Moment auf 209 Familien mit Wohnsitz in Luzern verteilt: 78 Prozent beherbergen ein einzelnes Kind, 16 Prozent haben gleich zwei aufgenommen, und ein paar wenige Familien betreuen sogar drei oder vier Pflegekinder. Bei rund einem Drittel dieser Betreuungen handelt es sich um verwandtschaftliche Platzierungen.

Neben Dauerpflegeplätzen gibt es Familien, welche Kindern einen Wochenend- oder Ferienplatz bieten. Die dritte Art von Aufnahme erfolgt noch kurzfristiger, in Form von Kriseninterventionen oder Notfallplätzen.

Zahl der Pflegefamilien ist eher steigende

Pflegefamilien bieten verschiedene Formen von Betreuungsverhältnisse an – und ein Blick in die (statistisch eben nicht dokumentierte) Vergangenheit lässt vermuten: Die Zahl ist steigend. «Natürlich hat das auch damit zu tun, dass wir die Angebote dem Bedarf anpassen und zur Unterbringung in Heimen auch vermehrt Betreuungsangebote in Pflegefamilien finanzieren», so Edith Lang, Leiterin der Dienststelle Soziales und Gesellschaft.

In der frühen Kindheit ist die Erfüllung der Grundbedürfnisse nach Sicherheit und Förderung bekanntlich besonders wichtig. Stabile und vertrauensvolle Bezugspersonen in einem familiären Umfeld können gemäss Lang jene Voraussetzungen schaffen, welche für die erfolgreiche Entwicklung des Kindes essenziell sind. Die Dienststellenleiterin sagt:

«Vor allem jüngere Kinder, bei denen die Aussicht auf eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie gering ist, können so in ihrer Entwicklung unterstützt werden.»

Die Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien sei eine Ergänzung zu jener im Heim. Am Stichtag 1. September 2018 waren gut 400 Luzerner Kinder und Jugendliche mit sozialpädagogischer Indikation fremdplatziert, davon rund 130 in Dauerpflege in Pflegefamilien. Die restlichen in Luzerner Familien platzierten Kinder sind temporär untergebracht oder stammen aus anderen Kantonen. Wichtig findet Lang, dass jedes Kind und jede Familie eine eigene Geschichte habe – und so auch jede Pflegeplatzierung einzeln betrachtet werden müsse. Dies umso mehr, als jede ausserfamiliäre Unterbringung für alle Beteiligten ein einschneidendes Ereignis darstelle. Eine sorgfältige Abklärung sei unerlässlich. «Familien müssen gewisse Kriterien erfüllen, damit sie als Pflegefamilie überhaupt in Frage kommen: Professionalität, aber auch Stabilität der Familie auf Beziehungs- und Finanzebene sind ausschlaggebend.» Sei die Bewilligung einmal erteilt, würden die Familien mindestens einmal pro Jahr zur Aufsicht besucht. «So wird sichergestellt, dass die Förderung und der Schutz der Pflegekinder in der neuen Familie sichergestellt sind.»

Immer wieder geprüft, ob Rückkehr möglich ist

Ein sehr kleiner Anteil der Pflegekinder sind Waisen oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Der Grossteil kommt aus Familien, wo Eltern ihre Sorgepflicht nicht oder nur teilweise selber wahrnehmen können. Eine Rückkehr werde immer wieder geprüft.

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