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150 Jahre STV Willisau: «Ganz verrückt, Chapeau!»

Der STV Willisau feiert am Samstag mit dem Löwenspektakel seinen 150. Geburtstag. Sogar eine ehemalige Bundesrätin, die mit dem Turnverein eng verbunden ist, hat ihren Auftritt.
Stephan Santschi
Geräteturnen ist nur eine von sieben Sportarten, die im STV Willisau angeboten werden – damals wie heute. (Bild: PD)

Geräteturnen ist nur eine von sieben Sportarten, die im STV Willisau angeboten werden – damals wie heute. (Bild: PD)

«Kraft im Arm, Mut im Herzen und Licht im Kopf.» So lautete 1869 das Motto bei der Gründung des Turnvereins. 150 Jahre später scheinen die Werte der Vorfahren noch immer Gültigkeit zu haben. So gross wie jetzt, mit über 900 Mitgliedern, war der STV Willisau nämlich noch nie. «Wenn ich an einer GV sehe, wie viele Leiter geehrt werden, kann ich nur sagen: Ganz verrückt und Chapeau!», sagt Adolf Bühler. Der 82-Jährige ist der zweitälteste, ­lebende Ex-Präsident (1962 bis 1968). «Damals hatten wir nur 50 bis 80 Mitglieder. Kameradschaft war unser wichtigstes Gut.»

Wenn am Samstag in der BBZ-Halle anlässlich des Löwenspektakels der 150. Geburtstag des STV Willisau gefeiert wird, gibt sich auch Bühler mit ehemaligen Kollegen des legendären «Team 64» ein Stelldichein. So nennt man im Städtchen das Korbballteam, das für Furore gesorgt hatte. Am Löwenspektakel (Einlass: 17.30 Uhr; Beginn 19.30 Uhr) werden sechs Teams mit lokaler Prominenz in Spielen gegeneinander antreten. «Wir sind eine riesige Familie, in der alle, von gross bis klein, mitmachen können», schwärmt OK-Co-Präsidentin Esther Peter.

Willisau bringt Athleten für Grossanlässe heraus

Klein war auch einmal Ruth Metzler, die ehemalige Bundesrätin (1999 bis 2003). Sie gilt als erstes weibliches Mitglied des TV Willisau, der erst im Jahr 2003 nach der Zusammenlegung mit dem Damenturnverein zum STV wurde. Noch heute hält sie den Vereinsrekord über die 300 Meter der U16-Juniorinnen. Am Samstag wird die 54-Jährige eine kleine Grussbotschaft an die Festgemeinde richten.

Insgesamt besteht der STV Willisau aus sieben Aktivriegen, in der sich die grosse Vielfalt des Vereins widerspiegelt: Fitness, Geräteturnen, Handball, Korbball, Leichtathletik, Nationalturnen und Gymnastik stehen im Angebot. Darüber hinaus können sich die Jüngsten ab dem sechsten Altersjahr in der Zegi (Zöglingsriege) polysportiv oder ballorientiert betätigen, ehe sie sich für eine Sportart entscheiden. «So lernen sich alle kennen, bevor sich ihre Wege trennen», erklärt der aktuelle Vereinspräsident Ruedi Wermelinger.

Neben vielen Hobbysportlern, die an Eidgenössischen und Kantonalen Turnfesten oder mit Medaillen an Schweizer Meisterschaften immer wieder über sich hinauswachsen, weist die Historie auch zwei Akteure mit Erfahrungen an Grossanlässen auf: Olympiateilnehmer Josef Peter im Marathon (1980) und die mehrmalige EM- und WM-Sprinterin Sara Wüest. Auch die heute erfolgreiche Ringerriege gehörte einst dem Turnverein an, machte sich dann aber selbstständig. «Dies ausgerechnet kurz, nachdem wir ihnen für 5000 Franken eine Ringermatte finanziert hatten. Das war bis dahin die teuerste Anschaffung unseres Vereins», blickt Adolf Bühler schmunzelnd zurück. Amüsiert vergleicht er die Verhältnisse von damals mit heute: «Wir schrieben mit der Schreibmaschine Briefe, um die Athleten aufzubieten. Heute passiert alles digital. Und Autos hatte von uns fast keiner. Vor Anlässen war einiges an Organisation nötig.» Mit Kraft im Arm, Mut im Herzen und Licht im Kopf hat der STV Willisau aber noch jede Herausforderung gemeistert.

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