Zentralschweizer Kantone wollen am Winzerfest in Vevey einen bleibenden Eindruck hinterlassen

An der Fête des Vignerons bekommt die Zentralschweiz eine besondere Plattform. Mehrere Delegationen und Gruppen aus den Kantonen Luzern, Zug, Obwalden, Nidwalden, Uri und Schwyz sind in Vevey dabei und wollen die Region von ihrer besten Seite zeigen.

David von Moos
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An der Fête des Vignerons stehen am Samstag die verschiedenen Delegationen auf der Bühne der grossen Festarena. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone, Vevey, 17. Juli 2019)

An der Fête des Vignerons stehen am Samstag die verschiedenen Delegationen auf der Bühne der grossen Festarena. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone, Vevey, 17. Juli 2019)

Nur einmal pro Generation findet in Vevey die Fête des Vignerons statt. Dieses Jahr werden im Rahmen des Festes vom 18. Juli bis 11. August 2019 erstmals Kantonstage durchgeführt. Die Zentralschweizer Kantone werden am Samstag, 27. Juli 2019, gemeinsam an der Seite des Kantons Tessin mit einer Regierungsdelegation und verschiedenen Umzugsgruppen an der Fête des Vignerons in Vevey präsent sein. 

Über die Anfrage aus der Westschweiz habe man sich sehr gefreut, sagte Othmar Reichmuth, Vorsteher des Baudepartements des Kantons Schwyz und Präsident der Zentralschweizer Regierungskonferenz (ZRK), auf Anfrage gegenüber unserer Zeitung: «So ein Fest gibt es nur alle 20 Jahre, deshalb ist das schon sehr speziell für uns.» Schön findet Reichmuth vor allem die Idee hinter der Einladung:

«Das ist ein grossartiges Generationenfest, das ist wichtig für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen, für den Zusammenhalt des ganzen Landes.»

Mit der Präsentation der Vielfalt des Brauchtums der Kantone im Herzen der Schweiz will die Zentralschweiz «einen Beitrag zu einem farbigen und interkantonalen Fest leisten und die Verbundenheit der Regionen des Landes aktiv mitgestalten», heisst es auch in einer entsprechenden Mitteilung der ZRK. Deshalb sei man der Meinung gewesen, dass man sich gemeinsam präsentieren wolle, anstatt dass jeder Kanton alleine auf eigene Faust etwas mache, so Reichmuth weiter:

«Wir haben Wert darauf gelegt, dass wir unterschiedliche Sachen aus den verschiedenen Zentralschweizer Kantonen zeigen und damit unsere Vielfalt in Kultur und Landschaft unterstreichen.»

Gemeinsamer Grossaufmarsch in Vevey

Die Begleitgruppen der Zentralschweiz stellen laut der ZRK verschiedene Aspekte des Zentralschweizer Brauchtums dar und würden ein «farbenprächtiges Bild» abgeben: Aus dem Kanton Luzern werden die Safranzunft und die Lucerne Marching Band mit dabei sein, aus dem Kanton Uri eine Delegation der Tellspiele und aus Schwyz werden die Nüssler den Umzug begleiten. Der Kanton Obwalden hat eigens für die Fête des Vignerons den Chor Naturjuiz zusammengestellt. Aus Nidwalden ist eine Gruppe mittelalterlicher Krieger dabei – der Nidwaldner Harst – und aus dem Kanton Zug, passend zum diesjährigen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, eine Gruppe Schwinger und Trachtenleute.

Rund 270 Mitwirkende zählen die verschiedenen Delegationen aus den Zentralschweizer Kantonen: Dabei sein werden pro Kanton eine offizielle Viererdelegation mit Kantonsratspräsidentinnen und -präsidenten, Regierungsmitgliedern und Standesweibelinnen und -weibel sowie aus jedem Kanton eine Gruppe, weiss Corinne Troxler, stellvertretende Konferenzsekretärin der ZRK und Organisatorin des gemeinsamen Auftritts.

Mit Abstand am meisten Gäste kommen aus Luzern: Die Zunft zu Safran wirkt mit 115 Mitgliedern mit, darunter Bannerträger, Ratsherren, Grenadiere, Hellebardiere und Speerträger – allesamt in historischen Gewändern. Zweitgrösste Gruppe unter den Gästen sind die Zentralschweizer Winzer.

Vor Ort präsentieren werden sich der Zentralschweizer Weinbauverein und der Ausserschwyzer Weinbauverein Leutschen. Zusammen wollen sie den Zuschauern in der Westschweiz «die Innovationskraft des Zentralschweizer Weinbaus» vorstellen und eine Auswahl an Zentralschweizer Weinen ausschenken.

Bei den Kosten schaut jeder für sich

Wie viel der Auftritt der Zentralschweizer Kantone in Vevey insgesamt kostet, lässt sich nicht genau beziffern. «Das bezahlt jeder Kanton für sich», so Corinne Troxler. Von den Organisatoren des Winzerfests offeriert seien die Eintritte und Nachtessen für die offiziellen sechs Kantonsvertretungen, «für den Rest kommen die Kantone selber auf.» Die Beträge variieren je nach Programm und Aufgebot der Kantone. Gewisse Gruppen hätten aus dem Anlass gerade einen Vereinsausflug gemacht, so Troxler weiter. Die Winzer etwa würden zusammen noch ein Weingut in der Region besichtigen. Ausserdem würden die Zentralschweizer Kantone zusammen mit dem Tessin am Umzugstag den Apéro für alle Umzugsteilnehmer am Mittag offerieren.

Interkantonale Zusammenarbeit fördern

Die Zentralschweizer Regierungskonferenz ist ein 1966 gegründeter Zusammenschluss der Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug. Die Kantone Zürich, Aargau und Tessin sind assoziierte Mitglieder der Konferenz. Die als Plattform für die interkantonale Zusammenarbeit gegründete Konferenz trifft sich jährlich zu zwei Plenarversammlungen. Im ZRK-Ausschuss, in den sieben Zentralschweizer Direktorenkonferenzen und in der Staatsschreiberkonferenz werden aktuelle Geschäfte beraten und Zusammenarbeitsprojekte lanciert. In Fachkonferenzen auf Verwaltungsebene werden die einzelnen Geschäfte operativ vorbereitet und umgesetzt.

Die interkantonale Kooperation in der Zentralschweiz soll jene Bereiche, die für die Attraktivität der Zentralschweiz als Lebens- und Wirtschafsraum wichtig sind, stärken und die Interessen der Zentralschweizer Kantone in der Bundespolitik und im Metropolitanraum Zürich stark und nachhaltig vertreten. (pd)