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Die Zentralschweizer tauschen sich mit dem Bundesrat aus

Die Landesregierung stattet dieser Tage auf seiner jährlichen Reise den drei Ur-Kantonen Uri, Schwyz und Nidwalden einen Besuch ab. Nebst der kulturellen Bildung widmet sich der Bundesrat auch in allen drei Hauptorten den Anliegen der Bevölkerung.
Chiara Stäheli
Bundesrat Ignazio Cassis bei der Ankunft vor dem Regierungsgebäude in Altdorf anlässlich der Bundesratsreise. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 4. Juli 2019)

Bundesrat Ignazio Cassis bei der Ankunft vor dem Regierungsgebäude in Altdorf anlässlich der Bundesratsreise. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 4. Juli 2019)

Wenn der Bundesrat eine Reise tut, dann führt diese für gewöhnlich in den Heimatkanton des Bundespräsidenten. Nicht so in diesem Jahr: Der amtierende Präsident Ueli Maurer hat seine Kolleginnen und Kollegen sowie den Kanzler und die beiden Vize-Kanzler in die Zentralschweiz eingeladen. Am Donnerstag und Freitag besucht die Landesregierung die drei Ur-Kantone Uri, Schwyz und Nidwalden.

Mit dem Zug reisten die Bundesräte am Donnerstagvormittag von Ostermundigen nach Schwyz. Dort hat sie die Schwyzer Regierung unter Begleitung eines Jodelchors empfangen. Anschliessend stand der Besuch des Bundesbriefmuseums auf dem Programm. Für Ueli Maurer einer der Höhepunkte der Reise:

«Hier befinden sich die Wurzeln der Geschichte der Eidgenossenschaft. Der Bundesbrief von 1291 bietet noch heute eine wichtige Orientierung für die Schweiz.»

Es sei wichtig zu wissen, woher man komme, um zu entscheiden, welchen Weg man in der Zukunft gehen wolle.

Apéro in Schwyz war sehr gut besucht

Für die Innerschweiz als Ausflugsziel hat sich Maurer nicht ohne Grund entschieden: «Die drei Kantone, in denen wir unterwegs sind, haben allesamt noch nie einen Bundesrat gehabt. Und da wir doch schon einige Male in Zürich waren, schien es mir gerechtfertigt, einmal von der Norm abzuweichen und nicht meinen Heimatkanton zu besuchen.»

Im Anschluss an die private Führung durch das Bundesbriefmuseum machte sich der Bundesrat auf den Weg in den Schwyzer Dorfkern. Es kommt nicht alle Tage vor, dass der gesamte Bundesrat in der Mittagspause auf dem Schwyzer Dorfplatz anzutreffen ist. Entsprechend gut besucht war der Apéro, bei dem sich die Bevölkerung nach den offiziellen Ansprachen mit der Landesregierung austauschen konnte. Es wurden eifrig Hände geschüttelt, Fotos geknipst und Diskussionen geführt.

Der Anlass war auch für Markus Blaser aus Ibach etwas Spezielles: «Wenn ich den Bundesrat so nah vor der Haustüre antreffen kann, dann lasse ich mir das nicht entgehen. So etwas Grossartiges ist wohl nur in der Schweiz möglich.» Auf die Frage, ob er denn mit der Politik des Bundesrates einverstanden sei, antwortet Blaser: «Ich würde gerne einmal mit Frau Sommaruga sprechen. Aus meiner Sicht hätte sie als ehemalige Justizministerin in der Ausländerpolitik die Zügel stärker in die Hände nehmen müssen.» Es sei ihm aber bewusst, dass die Bundesräte keine einfache Aufgabe hätten: «Kritisieren kann ich immer, aber tauschen will ich nicht.»

Maurer erntet Lob für seine Reise in die Zentralschweiz

Extra für den Apéro aus Unterägeri angereist ist Silvia Theiler, die in Morgarten aufgewachsen ist. Die gebürtige Schwyzerin hat soeben einige Worte mit Ueli Maurer gewechselt: «Das war schon eindrücklich. Ich habe ihn gerühmt und finde es toll, dass er die Reise in die Ur-Kantone organisiert hat», erzählt Theiler. Sie findet, dass die Schweizer es ja gut hätten in ihrem Land. Der Bundesrat solle schauen, «dass das auch so bleibt».

Viola Amherd, die heuer das erste Mal auf der Bundesratsreise mit dabei ist, schätzt insbesondere die Gespräche mit der Bevölkerung: «Ich finde es toll, wenn wir Fragen direkt beantworten können – und nicht zuletzt erhalten wir von den Bürgern immer wieder auch Tipps für unsere Arbeit.» Die Walliserin fühlt sich mit der Zentralschweiz nicht nur dank der Pässe verbunden. Auf der Zugfahrt nach Schwyz sei bei ihr auch eine Erinnerung an ein Blauringlager, das sie als Kind in Lungern verbracht habe, wach geworden.

Nachdem schliesslich auch die letzten Schwyzer beim Bundesrat ihre Anliegen deponiert hatten, zog sich dieser etwas zurück und machte sich Mitte Nachmittag mit dem Schiff auf den Weg nach Altdorf. Die Zeit, die der Bundesrat während den beiden Tagen für sich hat, ist für Simonetta Sommaruga wichtig:

«Es ist schön, wenn wir auch über andere Sachen als die Politik reden können.»

Die Zentralschweiz und besonders auch der Kanton Schwyz sind für die Bundesrätin denn auch «ein Stück Heimat». Sommaruga hat in Immensee die Schule absolviert und pflegt nach wie vor den Bezug zu zahlreichen Verwandten in der Region.

In Uri folgte der nächste öffentliche Austausch

Angekommen in Altdorf warteten bereits die Urner auf dem Lehnplatz auf die Bundesräte. Zu Beginn des Apéros in Altdorf bedankte sich der Gemeindepräsident Urs Kälin beim Bundesrat dafür, dass sich dieser für das Gleichgewicht in der Schweiz einsetze. Begleitet von Alphorntönen richtete anschliessend der Urner Landammann Roger Nager sein Wort an den Bundesrat:

«Auch wenn es im Dezember für Heid Z’graggen nicht gereicht hat, wir Urner sind nicht enttäuscht, sondern schätzen Euren Besuch umso mehr.»

Dies bestätigte auch die freudige Stimmung beim Apéro. Zahlreiche Urner schossen Fotos mit den Bundesräten oder bedankten sich bei ihnen für den Besuch. Zuweilen bildete sich bei Ueli Maurer gar eine Schlange, in der sich die Urner anstellten, um mit dem Bundespräsidenten ein Wort wechseln zu können. Dieser hatte zuvor an die Bevölkerung appelliert, sich immer wieder bewusst zu machen, was das Volk in der Schweiz alles habe, «anstatt an dem herumzumeckern, was nicht gut ist».

Eine ähnliche Haltung vertritt die Altdorferin Sibylle Henny: «Ich schätze sehr, dass es uns in der Schweiz so gut geht. Wenn wir jammern, dann findet das jeweils auf sehr hohem Niveau statt.» Auch Thomas Aschwanden, der als Kantonsangestellter für den öffentlichen Verkehr im Kanton Uri zuständig ist, hatte am Donnerstag nur lobende Worte für seine Vorgesetzte: «Die Zusammenarbeit mit Simonetta Sommaruga läuft sehr gut. Sie bewegt einiges – vor allem im Ausbau des öffentlichen Verkehrs.»

Nichtsdestotrotz gibt es Dinge, die sich die Urner von der Landesregierung wünschen. Einige dieser Wünsche waren in der Donnerstagsausgabe der «Urner Zeitung» zu lesen. So kam es denn auch, dass die Redaktoren dem Bundespräsidenten den Artikel aushändigten, damit er die Anliegen der Urner nicht so schnell wieder vergisst.

Am Freitag reist der Bundesrat nach Stans

Nachdem sich die Bundesräte auch in Altdorf aktiv mit den Anliegen der Bürger auseinandergesetzt hatten, machten sie sich auf den Weg nach Andermatt. Ueli Maurer wollte dort seinen Kolleginnen und Kollegen den Tourismus in Bergregionen näherbringen. Am Freitag geht es mit einem straffen Programm weiter: Der Bundesrat reist in den Kanton Nidwalden und befasst sich dort mit dem Thema Berglandwirtschaft. Und es wäre wohl keineswegs im Sinne der neutralen, gerechten Schweiz, wenn am Mittag nicht auch in Stans ein Austausch mit der Bevölkerung stattfinden würde.

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