Die Ostschweiz als Paradies für Taucher

Versunkene Schiffe erkunden, Fischschwärme beobachten und entlang einer Steilwand in die Tiefe gleiten: Tauchen im Bodensee ist abwechslungsreicher als man vielleicht denkt.

Desirée Müller
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Die Ostschweizer Gewässer lassen Taucherherzen höher schlagen. Bodensee, Rhein und Walensee haben einiges zu bieten.

Die Ostschweizer Gewässer lassen Taucherherzen höher schlagen. Bodensee, Rhein und Walensee haben einiges zu bieten.

Bild: Pixabay

Für die Einen ist es der Reiz, im kalten Wasser zu tauchen. Andere erfreuen sich an den Tauchparcours zwischen Rorschach und Goldach, wo Schaufensterpuppen, alte Velos und Wracks am Grund des Sees auf die Taucher warten. Und wieder andere schätzen die Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser. «Für jeden Taucher ist die Motivation für den Sport eine andere», erklärt Gabriela Steiger. Sie ist Tauchlehrerin bei den Sunshine
Divers in St. Gallen. «Nach dem ersten Tauchgang im Bodensee war mir klar, dass ich eigentlich nirgends mehr hinfliegen muss zum Tauchen.»

Abenteuer Bodensee

Vor allem die Artenvielfalt begeistert die Ostschweizerin. Sie erzählt von lustigen Begegnungen mit einem riesigen Wels, der eine ihrer Tauchschülerin erschreckte und von den Millionen Quagga Muscheln, die
alles besiedeln. Von Rotaugen, Seiblingen und den bei Fischern unbeliebten Brachsmen, die sie aber gerne beobachtet. «Und dann gibt es noch den Bobbele. Eine grosse Statue eines Hais, die vor Rorschach liegt. Die ist besonders beliebt bei uns Tauchern.»

Ein Sport für die ganze Familie

Die Ostschweizer Taucher seien ein geselliges Völkchen. «In normalen Zeiten treffen wir uns jeden Mittwoch zu einem Tauchgang und gehen
danach Pizza essen», erzählt die 42-Jährige. Es seien aufgeschlossene Leute. «Der älteste in einer unserer Tauchgruppen ist siebzig Jahre alt. Unsere Junioren tauchen das erste Mal mit acht Jahren ins Wasser ab.» Somit sei der Sport für alle geeignet, die gesundheitlich in der Lage sind, die körperliche Belastung wie den Druckabgleich zu stemmen.

«Die Ruhe und Schwerelosigkeit unter Wasser tut vielen Menschen gut. Man schwebt gemütlich dahin und kann dabei Schönes sehen.» Gabriela Steiger war eine «Ferien-Taucherin», wie sie sich selbst nennt. Im Bodensee machte sie dann die Ausbildung zur Rettungstaucherin und fand Gefallen an dem Gewässer. «Der erste Tauchgang war sehr prägend. Nach ein paar Sekunden tauchte ich gleich wieder auf, da ich meine Hand vor dem Gesicht nicht erkennen konnte.» Mit der Zeit komme dann das Selbstvertrauen und man orientiere sich mit allen Sinnen.

Das Tauchen in einem See sei die Königsklasse im Vergleich zum Tauchen im Meer. «Die Sichtverhältnisse sind anders und man muss wegen der Wassertemperatur mehr technische Details beachten.

Gabriela Steiger erwartet diesen Sommer viele Tauchgäste am
Bodensee. «Eine Reise in Tauch­destinationen wie Ägypten oder
die Malediven wird voraussichtlich noch eine Weile nicht möglich sein. Ich finde es toll, wenn auch aus der Not heraus, noch mehr Menschen die Schönheiten des Bodensees kennen lernen werden.»


Tauchferien in der Ostschweiz

Für alle, die im Sommer einen Tauchurlaub im Ausland geplant haben, könnte der Bodensee dieses Jahr zum Plan B werden. Nebst den Sunshine Divers St. Gallen gibt es in der Ostschweiz noch weitere Tauchclubs, welche Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene anbieten. Der Amedes Diver Nautic Club in Landquart bietet auch eine Ausbildung für Kinder an und Weiterbildungen im Apnoetauchen. Auch der Tauchclub Napoleon ist im Bodensee unterwegs und bietet PADI Tauchkurse an.
Die Tauchschule Zingg-Dive bietet sogar Schnupperkurse mit
«Hechtgarantie» an. (mul)

www.sunshine-divers.ch
www.zingg-dive.ch
www.tcnapoleon.ch
www. intothebluediving.ch
www.amedesdiver.ch

Rund ums Tauchen

PADI

Hinter «PADI» steckt das amerikanische Unternehmen Professional Association of Diving Instructors (PADI). Es bietet weltweit Tauchausbildungen an und besitzt rund 6300 Tauchbasen und 130000 Mitglieder in 183 Ländern. Somit ist es die weltweit grösste kommerzielle Tauchausbildungsorganisation.
Hinter «PADI» steckt das amerikanische Unternehmen Professional Association of Diving Instructors (PADI). Es bietet weltweit Tauchausbildungen an und besitzt rund 6300 Tauchbasen und 130000 Mitglieder in 183 Ländern. Somit ist es die weltweit grösste kommerzielle Tauchausbildungsorganisation.

Geschichte

Schon 4500 v. Chr. wurde getaucht. Und zwar für die Ernte von Schwämmen, Perlen und Korallen. In der Antike sollen dann Taucher bei Kampfeinsätzen gegen feindliche Schiffe eingesetzt worden sein. Ende des 18. Jahrhunderts wurden erstmals Helmtauchgeräte eingesetzt.
Schon 4500 v. Chr. wurde getaucht. Und zwar für die Ernte von Schwämmen, Perlen und Korallen. In der Antike sollen dann Taucher bei Kampfeinsätzen gegen feindliche Schiffe eingesetzt worden sein. Ende des 18. Jahrhunderts wurden erstmals Helmtauchgeräte eingesetzt.

Rhein und Walensee

Mit einer Höchsttiefe von sechs Metern ist der Rhein beim Strandbad in Diepoldsau der perfekte Tauchplatz für Anfänger. Ein Hotspot für die Hechtbeobachtung. Der Walensee ist bekannt für seine Steilwand. Diese beiden Gewässer eignen sich nebst dem Bodensee für Tauchgänge. Alle anderen haben zu wenig Tiefe.
Mit einer Höchsttiefe von sechs Metern ist der Rhein beim Strandbad in Diepoldsau der perfekte Tauchplatz für Anfänger. Ein Hotspot für die Hechtbeobachtung. Der Walensee ist bekannt für seine Steilwand. Diese beiden Gewässer eignen sich nebst dem Bodensee für Tauchgänge. Alle anderen haben zu wenig Tiefe.

Kindertauchen

Bei der Tauchschule Sunshine Divers St. Gallen können Kinder ab acht Jahren mit dem Tauchen beginnen. Im Schwimmbad kann zudem eine «Bubbelmaker-Party» veranstaltet werden. Ein Kindergeburtstag der besonderen Art.
Bei der Tauchschule Sunshine Divers St. Gallen können Kinder ab acht Jahren mit dem Tauchen beginnen. Im Schwimmbad kann zudem eine «Bubbelmaker-Party» veranstaltet werden. Ein Kindergeburtstag der besonderen Art.
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