Aus eins mach mehr – Pflanzen einfach nachziehen

Ob Blumen, Kräuter oder Gemüse – mit einigen Tricks lassen sich gekaufte
Herdöpfel, Peperoni und Co. ganz einfach vermehren. Eine tolle Idee für alle, die aktuell vor allem mit Kindern viel Zeit zu Hause verbringen.

Desirée Müller
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Dank getrockneter Samen oder Nachzuchten wird der eigene Garten bald erblühen.

Dank getrockneter Samen oder Nachzuchten wird der eigene Garten bald erblühen.

Bild: Desirée Müller

Das Experimentieren im heimischen Beet macht jede Menge Spass. Es ist weder schwierig, kostenaufwendig oder zeitintensiv: Das Nachziehen von Blumen, Gemüse und Kräutern ist schnell gemacht und den abgeschnittenen Sellerieknollen und spriessenden Kartoffelpflanzen beim Wachsen zuzuschauen, ist ein Erlebnis für die ganze Familie.

Alternative zu neuen Pflanzen

Vielen Hobbygärtnern blutet diesen Frühling wohl das Herz. Leere Pflanzenkübel im Garten oder auf dem Balkon betteln förmlich danach, mit Osterblumen oder frischen Kräutern bepflanzt zu werden. Doch die meisten Gärtnereien und Gartencenter müssen diese Tage ihre Türen geschlossen halten. Immerhin müssen die Gartenfreunde dank einiger einfacher Ideen nicht in den eigenen vier Wänden versauern. Ein Selbstversuch zeigt, wie schnell erste leckere und blühende Resultate erzielt werden.

Pflanzentopf statt Kompost

Gemüseabfälle gibt es bei uns seit ein paar Wochen fast nicht mehr. Angefangen hat die Experiment-Serie mit einigen alternden Kartoffeln, die schon Triebe bildeten. Wir pflanzten die eigentlich für den Kompost bestimmten Herdöpfel in einen Pflanzenkübel, stellten diesen Drinnen vors Fenster und gossen ihn regelmässig. Und siehe da: Nach zwei Wochen durchdrang die grünblättrige Kartoffelpflanze zu unserer Überraschung die Erde. Weitere zwei Wochen später sind die Pflanzen schon einen halben Meter hoch. Sie sind nicht nur dekorativ, sondern werden uns im Sommer viele «Herdöpfeli» schenken.

Das gleiche funktioniert wunderbar mit Samen, zum Beispiel von der Peperoni. Die Samen legten wir auf ein Stück Haushaltspapier, falteten dieses einmal in der Mitte zusammen und legten das Päckli in eine Schale zum Trocknen. Nach einer Woche befeuchteten wir das Papier und vergruben es in der Erde. Heute, einen Monat später, sind die Perperoni-Pflänzchen stolze 15 Zentimeter gross und es bilden sich schon erste Knospen.

Welker Basilikum adé

Was auch prima klappte, war das Nachziehen von Küchenkräutern. So schnitten wir einige, zirka zehn Zentimeter lange Stängel ab und zupften von unten die Blätter ab, sodass diese unter der Erde nicht zu faulen anfangen. Dann stellten wir die Stängel ins Wasserglas. Schon bald bildeten sich Wurzeln. Wir warteten, bis diese fünf Zentimeter lang waren und pflanzten sie schliesslich ein. Das aktuellste Projekt ist unser Überraschungsglas. Darin sammelten wir im Herbst Blumensamen. Nun haben wir diese eingepflanzt und freuen uns wie kleine Kinder darauf, wenn sich bald die ersten Blättchen zeigen werden.


Wasserpflanzen als Deko

Ob die zerbrechliche Armleuchteralge, die Wasserpest oder die kleine Wasserlinse: In den Ostschweizer Gewässern gibt es Dutzende von Wasserpflanzen. Einige wachsen nur in Schilfbuchten wie der Tannenwedel, andere wie das Ährige Tausendblatt sind weit verbreitet. Der Selbstversuch zeigt: Algen und Co. machen sich sehr gut im dekorativen Einmachglas oder einer Vase. Die Pflanzen werden zirka drei Zentimeter tief im feinen Gartenkies vergraben. Einfach regelmässig das verdunstete Wasser nachgiessen. So machen die doch etwas speziellen Zimmerpflanzen viele Monate oder sogar Jahre Freude. Wer sich nicht in den natürlichen Gewässern auf die Suche machen will, kann viele tolle Wasserpflanzen für ein paar Franken in der Zoofachhandlung mit einer Aquaristikabteilung kaufen. (mul)

Tipps fürs Gärtnern

Erde

Fürs Nachziehen von Pflanzen, Blumen und Gemüse bietet sich Aufzuchterde an. Wenn man die Tage keine Möglichkeit hat, solche zu besorgen, einfach etwas Sand in die Erde beimischen. Diese soll für die Junior-Pflänzchen nämlich möglichst nährstoffarm sein.
Fürs Nachziehen von Pflanzen, Blumen und Gemüse bietet sich Aufzuchterde an. Wenn man die Tage keine Möglichkeit hat, solche zu besorgen, einfach etwas Sand in die Erde beimischen. Diese soll für die Junior-Pflänzchen nämlich möglichst nährstoffarm sein.

Schneiden und Mini-Treibhaus

Ob Kräuterstiele oder Knollen – es ist wichtig, dass diese immer mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. Sodass ein sauberer, glatter Schnitt entsteht. Gemüsesorten wie Sellerie oder Zwiebeln können danach direkt in die Erde eingepflanzt werden. Geschälte Knoblauchzehen können eingesetzt werden, sobald sie eine kleine grüne Wurzel gebildet haben. Um junge Nachzuchten in den kühlen Nächten zu schützen, lässt sich einfach ein Mini-Treibhaus basteln. Dafür vier Trinkhalme rund um die Pflanze in die Erde stecken und mit Plastikfolie umwickeln.
Ob Kräuterstiele oder Knollen – es ist wichtig, dass diese immer mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. Sodass ein sauberer, glatter Schnitt entsteht. Gemüsesorten wie Sellerie oder Zwiebeln können danach direkt in die Erde eingepflanzt werden. Geschälte Knoblauchzehen können eingesetzt werden, sobald sie eine kleine grüne Wurzel gebildet haben. Um junge Nachzuchten in den kühlen Nächten zu schützen, lässt sich einfach ein Mini-Treibhaus basteln. Dafür vier Trinkhalme rund um die Pflanze in die Erde stecken und mit Plastikfolie umwickeln.

Geduld

Es zahlt sich vor allem bei den Kräutern aus, so lange zu warten, bis die Wurzeln mindestens fünf Zentimeter lang sind. Dazu ist es ratsam mit dem Ernten zu warten, bis die gepflanzten Kräuter Ableger gebildet haben und stark sind. Sonst gehen sie leicht wieder ein.
Es zahlt sich vor allem bei den Kräutern aus, so lange zu warten, bis die Wurzeln mindestens fünf Zentimeter lang sind. Dazu ist es ratsam mit dem Ernten zu warten, bis die gepflanzten Kräuter Ableger gebildet haben und stark sind. Sonst gehen sie leicht wieder ein.
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