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Zwiespältige Prognose

Die Weltwirtschaft wir im laufenden Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Dies vor allem dank prosperierender Schwellenländer. Für Unsicherheit sorgen führende Industrieländer – allen voran die USA.
Raphael Bühlmann
Zugerberg Finanz CEO Timo Dainese. (Bild: Werner Schelbert)

Zugerberg Finanz CEO Timo Dainese. (Bild: Werner Schelbert)

Zugerberg Finanz veröffentlichte gestern seinen Bericht zum ersten Halbjahr 2018. Gemäss dem Gründer und Geschäftsführender Partner Timo Dainese seien demnach die ersten sechs Monate alles andere als angenehm verlaufen. Der Start sei zwar positiv gewesen und die Märkte hätten Mitte Januar neue Höchststände erreicht. «Dann endete die Party aber jäh», schreibt Dainese.

Steigende Zinsen hätten für erste dunkle Wolken am Aktienhimmel gesorgt. Als sich dann die Anleger allmählich daran gewohnt gehabt hätten, hätten Befürchtungen in Bezug auf Italien für neuerliche Turbulenzen gesorgt. «Als sich auch dieses Thema mit der definitiven Bildung der neuen italienischen Regierung beruhigt hatte, rückten die Drohungen im Zusammenhang mit Handelszöllen und geopolitischen Spannungen in den Vordergrund». So sei es ein stetes Auf und Ab gewesen, die Volatilität härte spürbar zugenommen und der SMI habe den schlechtesten Jahresanfang seit dem Krisenjahr 2008 erlebt.

Dabei stünde die Entwicklung der Aktienmärkte im Kontrast zur globalen Wirtschaft. «Global betrachtet wird das Welt-BIP im 2018 den höchsten je gemessenen Wert erreichen, schreibt Dainese weiter. Sämtliche Regionen (USA, Europa, Asien, Afrika) befänden sich in einem synchronen Aufschwung. Vielerorts erwirtschafteten die Unternehmen Rekordgewinne.

USA erzielen nur 16 Prozent des Weltsozialprodukts

Gemäss Zugerberg-Chefökonom Maurice Pedergnana stellen aber unter anderem die USA und ihre Aussenpolitik auch in Zukunft ein zunehmendes Risiko für den internationalen Aufschwung dar.

«Derzeit werden von den USA grundlegende Abkommen und Institutionen wie die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf in Frage gestellt. Das Risiko von negativen Auswirkungen aus den gegenwärtigen Handelsstreitigkeiten bleibt im Raum» so Pedergnana. China, Kanada und Mexiko, Europa sowie Japan und Südkorea würden fast wöchentlich mit neuen Drohungen aus dem Weissen Haus versehen. Protektionismus hätte in der gesamten Wirtschaftsgeschichte langfristig noch nie zu mehr Reichtum geführt.

Unter dem Strich beobachtet Ökonom Pedergnana aber auch, dass der länderspezifische Einfluss in der Weltwirtschaft abnimmt. Und das gelte auch für die USA, die nur noch 16 Prozent des weltweiten Sozialprodukts erziele. «In China – inklusive Hong Kong und Taiwan – werden nach Kaufkraftparität bereits rund 18 Prozent erzeugt, in Europa sind es ungefähr 20 Prozent». Der Trend zeige klar, dass die Schwellenländer noch für viele Jahre der Wirtschaftsmotor der Weltwirtschaft bleiben würden. Daher profitiere man von dieser Entwicklung mit Real- und mit Nominalanlagen von Unternehmen, die einen Schwellenländerbezug hätten.

Betreffend Europa, so stünden hier noch gewichtige Reformen an. «Die grössten Veränderungen sind derzeit in Frankreich zu beobachten. Spanien geht auch durch eine Zäsur, wobei dort insbesondere die Korruption zu bekämpfen ist. In Italien nimmt die Lega Überhand und sucht ebenfalls vermehrt die Ordnungsmässigkeit wiederherzustellen, eine herkulische Aufgabe für die 67. Nachkriegsregierung».

Die Europäische Zentralbank habe ihrerseits im Juni beschlossen, die Anleihenkäufe per Ende Jahr einzustellen. Das sei angesichts der anhaltenden realen Wachstumsraten von rund 2 Prozent, der quasi Vollauslastung der Produktionskapazitäten und der Inflationsraten von 2 Prozent richtig. Mit der Erhöhung der Leitzinsen werde nicht vor dem Sommer 2019 zu rechnen sein. «Die europäische Wirtschaft hat zuletzt wieder an Schwung gewonnen, und deshalb bleibt unklar, wie genau der «Zins-Fahrplan» verlaufen wird. Gewiss ist einzig, dass sich die Schweizerische Nationalbank daran orientieren wird», so Pedergnana.

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