Zuversicht für die Konjunktur

BERN. Die Schweizer Wirtschaft wird im Urteil der Ökonomen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) wegen der Finanzkrise nicht abstürzen. Anders als die ETH-Konjunkturforschung KOF und die Credit Suisse (CS) nahm das Seco seine Konjunkturprognose gestern nicht weiter zurück.

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BERN. Die Schweizer Wirtschaft wird im Urteil der Ökonomen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) wegen der Finanzkrise nicht abstürzen. Anders als die ETH-Konjunkturforschung KOF und die Credit Suisse (CS) nahm das Seco seine Konjunkturprognose gestern nicht weiter zurück. Für 2009 wird nach wie vor mit einer Zunahme des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,3% gerechnet, nach einem Wachstum von 1,9% im laufenden Jahr.

Sollte sich allerdings die Konjunktur in der EU im kommenden Jahr nicht erholen, dürfte auch das Wachstum in der Schweiz deutlich unter die Marke von 1% sinken, schränkt das Seco ein. Dessen Chefökonom Aymo Brunetti möchte aber auch im ungünstigsten Fall, wenn es bei der BIP-Entwicklung zu zwei negativen Quartalsraten in Folge kommen sollte, nicht von einer Rezession sprechen. Denn dies wäre ein falscher Begriff, solange der Arbeitsmarkt in einer robusten Verfassung sei und die Binnenkonjunktur stark bleibe. Die KOF hatte diese Woche ihre Prognose für 2009 auf 0,3% gesenkt und sagt eine kurze, milde Rezession im kommenden Winterhalbjahr vorher. Die CS kalkuliert mit 1%.

Konjunkturstütze bleibt laut Seco der private Konsum, der 2009 um 1,6% wachsen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte von 2,5% auf 2,7% steigen. Dennoch dürfte die Beschäftigung auch nächstes Jahr leicht wachsen.

Über eine insgesamt robuste Konjunktur berichteten auch die Delegierten der Schweizerischen Nationalbank für regionale Wirtschaftskontakte nach Gesprächen mit 170 Firmenvertretern. Eine Mehrheit halte eine Konjunkturabkühlung gar für eine willkommene Normalisierung. Für 2009 fassten sie Lohnerhöhungen von rund 2,5% ins Auge. (ap/sda)

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