Zurück zur 40-Stunden-Woche

UZWIL. Der Technologiekonzern Bühler aus Uzwil hat im vergangenen Jahr den Umsatz um 13 Prozent auf 2,4 Mrd. Fr. gesteigert. Der Konzerngewinn stagnierte allerdings bei 161 Mio. Franken nach 163 Mio. im Vorjahr. Per 1. Juli reduziert das Unternehmen die temporär auf 42,5 Stunden angehobene Arbeitszeit wieder.

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Ein Bühler-Arbeiter an der Konstruktion einer Getreidemühle. (Bild: Archiv/Benjamin Manser)

Ein Bühler-Arbeiter an der Konstruktion einer Getreidemühle. (Bild: Archiv/Benjamin Manser)

Das Familienunternehmen Bühler ist weltweit in der Produktionstechnologie zur Herstellung von Nahrungsmitteln und technischen Materialien tätig. Am Hauptsitz in Uzwil, in Appenzell und Trübbach arbeiten 2500 Männer und Frauen. Sie hatten wegen der Frankenstärke zugestimmt, ab September 2011 ihre wöchentliche Arbeitszeit um zweieinhalb Stunden auf 42,5 Stunden zu erhöhen - zum gleichen Lohn. Mit dieser bis Mitte 2013 befristeten Massnahme wollte der Technologiekonzern möglichst viele Arbeitsplätze in der Schweiz sichern.

Nachdem sich die Lage an den Finanzmärkten entspannt hat, wird diese Massnahme aufgehoben, sagte Konzernchef Calvin Grieder auf Anfrage: «Per 1. Juli fahren wir die Wochenarbeitszeit zurück auf 40 Stunden. Falls es zu neuen Verzerrungen käme, könnten wir die Arbeitszeit wieder erhöhen.»

Investitionen und Restrukturierungskosten
Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 19,7 Prozent auf 175 Mio. Franken. Die Ebit-Marge lag um 7,3 Prozent tiefer. Grund dafür seien Investitionen und Restrukturierungskosten für neue Gesellschaften, teilte der Konzern am Freitag mit. Auch die leichte Zunahme beim Auftragseingang um 5 Prozent auf 2,34 Mrd. Fr. sei auf Akquisitionen zurückzuführen. Für das laufende Jahr rechnet die Konzernleitung mit einem Konzernumsatz im Rahmen von 2012.

Stark in Schwellenländern
Der Bestellungseingang aus Schwellenländern stieg erstmals auf über 50 Prozent des Gesamtvolumens. «Die Schwellenländer werden zum Hauptpfeiler unseres Geschäfts», sagte Konzernchef Calvin Grieder gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Durch den steigenden Wohlstand nehme die industrielle Produktion von Nahrungsmitteln in Schwellenländern stetig zu. «Davon profitieren wir», sagte Grieder. Europa habe im letzten Jahr mit einem Auftragsminus von 12 Prozent enttäuscht. Am stärksten wuchs der Konzern mit 44 Prozent in Nordamerika. Ein Plus verzeichneten die Märkte in China (13 Prozent) und im Nahen Osten/Afrika (7 Prozent).

Über 10'000 Mitarbeiter
Am stärksten wuchs 2012 die Division Advanced Materials (Technische Materialien), was auf die Zukäufe neuer Firmen und den geografischen Ausbau des Service-Netzes zurückzuführen ist. Die Division Getreideverarbeitung steigerte den Verkaufserlös den Angaben zufolge um 7 Prozent. Bei der Nahrungsmittelverarbeitung sank die Kennziffer um 3 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im vergangenen Jahr von 8828 auf 10'346. Für den Zuwachs seien vor allem der Ausbau von Serviceleistungen in Asien und der Zukauf von Firmen verantwortlich, heisst es im Communiqué. (sda)