Zur Rose reduziert Kapitalbeschaffung +++ Aktienkurs im Steigflug

Die Frauenfelder Versandapotheke hält an ihrer Wachstumsstrategie fest, gibt aber weniger Namenaktien aus.

Stefan Borkert
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Die Zur Rose Group bereitet sich auf weiteres Wachstum in Europa vor.

Die Zur Rose Group bereitet sich auf weiteres Wachstum in Europa vor.

Gaetan Bally / KEYSTONE

Die Zur Rose Group peilt Wachstum insbesondere in Deutschland an, wo das elektronische Rezept zum Standard werden soll. Um gut gerüstet auf dem Markt agieren zu können und um die Position als Nummer eins unter Europas Versandapotheken zu festigen und auszubauen, beschafft sich Zur Rose mehr Kapital.

Ursprünglich hatte der Verwaltungsrat der kommenden Generalversammlung vom Donnerstag die Schaffung von genehmigtem Aktienkapital in Höhe von mehr als 39 Millionen Franken sowie die Schaffung von zusätzlichem, bedingtem Aktienkapital für Finanzierungen, Akquisitionen und andere Zwecke vorgeschlagen. Dafür sollten mehr als 1,3 Millionen voll zu liberierende Namenaktien ausgegeben werden können. Stattdessen beantragt der Verwaltungsrat nun neues Aktienkapital in Höhe von gut 26 Millionen Franken. Das neu beantragte Kapital entspricht damit zehn Prozent des eingetragenen Aktienkapitals der Gesellschaft. Der ursprüngliche Betrag hätte 15 Prozent ausgemacht. Das neue Aktienkapital soll innerhalb von zwei Jahren realisiert werden. Dafür sollen 873997 Namenaktien zusätzlich ausgegeben werden, und zwar mit einem Nennwert von je 30 Franken.

Unabhängige Berater empfehlen 10 Prozent

Zur Rose-Sprecherin Lisa Lüthi sagt, dass die Ausgabe von fünf Prozent weniger neuen Namenaktien die Strategie der Zur Rose Group nicht verändere. Man wolle nur sicher gehen, dass die zusätzliche Ausgabe der Aktien auch genehmigt werden könne. Unabhängige Stimmrechtsberater würden zehn statt 15 Prozent empfehlen. Entsprechend habe der Verwaltungsrat reagiert und die Anträge an die Generalversammlung angepasst. Alle anderen Traktanden seien gleich geblieben, so Lüthi. Tatsächlich waren in letzter Zeit schon Anträge, die eine Erhöhung des Aktienkapitals um 15 Prozent vorsahen, gescheitert. Ein Beispiel ist die Immobilienentwicklerin Mobimo AG.

Mit dem Kapital will Zur Rose unter anderem gewappnet sein für Investitionen in Deutschland, wo das E-Rezept in den Startlöchern steht. Ausserdem zeigen sich auch Liberalisierungstendenzen in Frankreich.

Unterdessen ist der Aktienkurs von Zur Rose nach Bekanntgabe der Reduktion des neuen Aktienkapitals um fünf Prozent zunächst in die Höhe geschnellt. Gegen Abend gab der Kurs wieder leicht nach, wobei die Aktie immer noch um die 4,3 Prozent zugelegt hat und sich nun seit mehreren Wochen im Steigflug befindet. Zur Rose verzeichnete im ersten Quartal 2020 ein Umsatzwachstum von fast zwölf Prozent.