Zur Rose kritisiert hohe Hürde für Patienten

FRAUENFELD. Der Entscheid des Bundesgerichts stösst auf positive und kritische Reaktionen. So begrüsst Margrit Kessler von der Schweizerischen Patientenstelle das Urteil. Medikamente seien keine Kleider, die man einfach über das Internet bestellen könne.

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FRAUENFELD. Der Entscheid des Bundesgerichts stösst auf positive und kritische Reaktionen. So begrüsst Margrit Kessler von der Schweizerischen Patientenstelle das Urteil. Medikamente seien keine Kleider, die man einfach über das Internet bestellen könne. Medikamente könnten auch die Gesundheit gefährden. Deswegen brauche es eine höhere Hürde, sagt sie. Dass man rezeptfreie Medikamente in Apotheken ohne Rezept kaufen kann, stört sie dabei nicht, «denn dann berät hoffentlich der Apotheker und weist den Kunden auf mögliche Wechselwirkungen hin».

«Patienten eingeschränkt»

Bei der Zur Rose Group in Frauenfeld ist man anderer Meinung. «Das Bundesgericht hebt das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau auf, das die bewährten Sorgfalts- und Sicherheitsregeln der Zur Rose als gesetzeskonform eingestuft hatte», schreibt das Unternehmen. Walter Oberhänsli, Chef der Zur Rose Group, sagt: «Mit dem Entscheid des Bundesgerichts wird der Versand rezeptfreier Arzneimittel faktisch verunmöglicht.» Das sei nicht im Interesse des Patienten und wirtschaftsfeindlich. «Die Patienten werden in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt und die Versandapotheken gegenüber den herkömmlichen Apotheken und Drogerien massiv benachteiligt», fährt Oberhänsli fort.

Zeitersparnis und Erleichterung

Versandapotheken seien eine zeitgemässe Dienstleistung, die wegen der stark wachsenden Zahl älterer und gebrechlicher Personen und der rasch steigenden Zahl chronisch Kranker eine grosse Nachfrage hätten. Auch für Personen aus abgelegenen Gebieten oder mit eingeschränkter Mobilität sei der Versand per Post eine enorme Zeitersparnis und für Menschen mit einem erhöhten Diskretionsbedürfnis eine echte Erleichterung. Derzeit beziehen laut Oberhänsli in der Schweiz pro Jahr rund 350 000 Patienten ihre Arzneimittel über Versandapotheken. (bor)

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