Zur Not Geld drucken

SNB-Präsident Thomas Jordan sieht den Franken noch immer überwertet. Zinsanhebungen sind nicht in Sicht.

Stefan Borkert
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Thomas Jordan, Präsident der Schwezerischen Nationalbank (SNB)  referierte am  49. St. Gallen Symposium. Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Thomas Jordan, Präsident der Schwezerischen Nationalbank (SNB)  referierte am 
49. St. Gallen Symposium. Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Kryptowährungen, Wechselkurs, Unabhängigkeit der Zentralbanken und Negativzinsen, das waren nur einige der Themen, die Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Notenbank (SNB), am St. Gallen Symposium angeschnitten hat. Einen erneut festgelegten Wechselkurs des Schweizer Frankens zum Euro lehnt er strikt ab. Er betonte zwar, dass der Franken nach wie vor zu hoch bewertet sei. Aber ein solcher Schritt sei eine Ausnahme und stehe im Übrigen auch im Widerspruch zur aktuellen Geldpolitik der SNB.

Jordan betonte, dass die SNB immer auch das grosse Ganze im Auge behalten müsse. Er wisse um das Leiden der Wirtschaft, wenn die Nationalbank die Leitzinsen auch nur schon auf null Prozent anhöbe. Prognosen, wann das so weit sei, mochte er nicht abgeben. «Wir behalten die aktuelle Geldpolitik so lange wie nötig bei.» Von Handelskriegen hält er nichts, denn «alles, was dem globalen Handel schadet, schafft für uns ein sehr schwierigeres Umfeld», sagte er.

Recht gelassen führte er aus, dass Wertschwankungen in ei­nem derart umfangreichen Portfolio wie jenem der SNB immer wieder zu hohen Gewinnen, aber auch Verlusten führen können. Er schloss nicht aus, dass das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich rutschen könnte. «Das wäre aber nicht dramatisch», sagte er. Die SNB könnte trotzdem weiterhin ihre Geldpolitik verfolgen und zur Not eben auch Geld drucken.