Zürich trifft es am härtesten

Die UBS rechnet mit bis zu 1500 Entlassungen, grösstenteils in Zürich. Sie hält sich bedeckt, ob auch in der Ostschweiz Kündigungen ausgesprochen werden.

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Von den 2500 Stellen, welche die UBS in der Schweiz abbaut, fallen drei Viertel bis vier Fünftel in Zürich weg. Dort sind gegen 16 000 der insgesamt 25 800 in der Schweiz tätigen Angestellten beschäftigt. Zu den anderen Regionen machte die UBS gestern keine weiteren Angaben. Eine Tagblatt-Anfrage an die UBS Ostschweiz in St. Gallen wurde direkt an die Medienstelle nach Zürich weitergeleitet. Laut Sprecher Andreas Kern ist die Bank daran, zu eruieren, wo Stellen abgebaut werden könnten. Grundsätzlich könne man sagen, dass alle Regionen dazu beitragen müssten, dass die Sparmassnahmen greifen.

Kern weist zudem darauf hin, dass die Zahl der Kündigungen auch davon abhängt, wie die flexiblen Arbeitszeitmodelle greifen, die im Sozialplan vorgesehen sind. Mit Job-Sharing oder Arbeitszeitreduktionen soll die Anzahl Kündigungen reduziert und damit die Last verteilt werden. Die Arbeitnehmerverbände begrüssen diese Massnahmen der UBS. Der Kaufmännische Verband KV Schweiz stuft sie dennoch als ungenügend ein. Einer Bank wie der UBS sei es auch in schwierigen Zeiten zuzumuten, den gesamten Abbau mit Flexibilisierungen zu bewältigen. Der KV schlägt eine befristete Pensenreduktion aller Mitarbeitenden vor – ausgenommen jene, die weniger als 80 000 Franken jährlich verdienen. Auch dem Schweizerischen Bankpersonalverband geht es nun laut Zentralsekretärin Denise Chervet in erster Linie darum, dass so wenige Kündigungen wie möglich ausgesprochen werden müssen.

«Schmerzhaft, aber im Prozess der Gesundung der UBS unumgänglich», lautet der Tenor von Verbänden und Parteien. Einig sind sie sich auch, wer die Schuld trägt. «Die Hinterlassenschaft der Ära Ospel wird langsam, aber sicher zu einer unhaltbaren Hypothek für unser Land», sagte beispielsweise FDP-Präsident Fulvio Pelli. Auf Unverständnis stiess die Auszahlung von 1,2 Milliarden Franken freiwilliger Boni für 2008 bei gleichzeitigen Massenentlassungen. Auch Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard und Bundespräsident Hans-Rudolf Merz äusserten sich kritisch über die Boni. Sabrina Dünnenberger