Zürcher Finanzplatz geht gestärkt aus der Krise

Der Finanzsektor ist mit Abstand der bedeutendste Wirtschaftszweig in der Region Zürich. Er trägt über 20 Prozent zum Bruttoinlandprodukt der Region bei.

Caspar Hesse
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Zürich. 1980 hatte der Finanzsektor noch weniger als 10% zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der Region Zürich beigetragen. Zwischen 2005 und 2010 wurde auch schon die 25%-Marke übersprungen. Die Finanzmarktkrise liess den Anteil wieder etwas schrumpfen, er liegt aber noch immer über 20%. Im gleichen Zeitraum gab es nur noch einen weiteren Sektor, der sehr grosse Veränderungen zu verzeichnen hatte. Der sekundäre Sektor (Industrie) fiel in derselben Zeit von über 30% auf unter 20%.

Nach der Finanzmarktkrise legte der Finanzsektor im Raum Zürich letztes Jahr schon wieder um 4% zu. Dies dank der Erholung der Weltwirtschaft, tiefer Zinsen und steigender Börsen. Auch im Vergleich mit anderen Finanzplätzen konnte Zürich seine Wettbewerbsfähigkeit verstärken. Das ist darauf zurückzuführen, dass die öffentlichen Finanzen trotz wirtschaftlicher Flaute im Lot geblieben sind. Zu diesem Schluss kommt die BAK Basel Economics in einer Studie im Auftrag des Zürcher Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Die positiven Seiten des starken Finanzsektors sind die hohen Steuereinnahmen und darum ein hohes Wohlstandsniveau. Die Kehrseite ist das Klumpenrisiko, das gemäss der Studie allerdings tiefer ist als erwartet, weil der Zürcher Finanzplatz diversifizierter als andere Schweizer Finanzzentren ist. Die kantonale Standortförderung setzt auch bewusst auf Branchen ausserhalb des Finanzsektors.

Der Zürcher Finanzplatz generiert jeden dritten Wertschöpfungsfranken. Darüber hinaus führt die Nachfrage des Finanzsektors nach Vorleistungen zu weiterer Wertschöpfung. So ergibt sich ein effektiver Wertschöpfungseffekt von 40 Mrd. Fr., was 31% des regionalen Bruttoinlandproduktes entspricht. Jeder fünfte Job hängt am Finanzsektor. Mit jedem der 100 000 Beschäftigten im Finanzsektor ist noch ein Arbeitsplatz in anderen Branchen verbunden.

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