YOUNG LEADER AWARD: Lernen von Asien

Sechs Studentinnen durchleuchten für Raiffeisen den Markt Asien nach neuen digitalen Vertriebskanälen.

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Die Auftraggeber Ermal Arifi und Johannes Wieser mit den Studentinnen Sandra Tobler, Sinthusa Arumugam und Nicole Schneider. (Bild: pd)

Die Auftraggeber Ermal Arifi und Johannes Wieser mit den Studentinnen Sandra Tobler, Sinthusa Arumugam und Nicole Schneider. (Bild: pd)

Welche neuen Vertriebskanäle nutzen asiatische Finanzunternehmen? Allgemein geht man davon aus, dass uns diese punkto Digitalisierung einen Schritt voraus sind. Raiffeisen Schweiz beauftragte deshalb ein Studentinnenteam der Fachhochschule St.Gallen (FHS), die Finanzmärkte Asiens auf digitale Vertriebskanäle zu untersuchen und eine innovative Strategie für den heimischen Markt abzuleiten.

«Die Digitalisierung beschäftigt uns stark», sagt Johannes Wieser, Leiter Vertriebskonzeption für Privat- und Anlagekunden bei Raiffeisen. Dabei gehe es nicht nur darum, gegenüber klassischen Mitbewerbern die Nase vorn zu haben.«Wir müssen sehr wachsam sein und auch neuartige Fintech-Unternehmen im Auge behalten, damit wir nicht links überholt werden», ergänzt Raiffeisens Segmentsmanager Ermal Arifi. Womit die Hotellerie oder das Taxigewerbe kämpft – nämlich mit Firmen mit komplett neuen Geschäftsmodellen wie Airbnb oder Uber, davor nehmen sich auch Banken in Acht. FHS-Coach Ronald Invancic hat das Studentinnenteam begleitet. Er weiss: «Mit Wechat, dem chinesischen Pendant von Whatsapp, kann man bereits im Detailhandel zahlen. Neue Technologien erlauben Zahlungsströme, für die es keine Bank braucht.»

Riesigen Markt unter die Lupe genommen

Der Auftrag lautete also, an neue Ideen für den digitalen Vertrieb in der Schweiz zu kommen. Dafür taten sich die drei Schweizer FHS-Studentinnen mit drei südkoreanischen Austauschstudentinnen an der FHS zusammen. «Alleine diesen riesigen Markt unter die Lupe zu nehmen, war eine Herausforderung», sagt Ivancic. Die Studentinnen seien aber sehr systematisch vorgegangen. Sie schauten sich mehrere Länder an, recherchierten in grossen Banken und führenden Fintech-Firmen. Dort interviewten sie Experten. «Aus den Informationen galt es herauszufiltern, welche digitalen Lösungen sich für die Schweiz eignen und zu Raiffeisens Strategie passen», sagt Projektleiterin Nicole Schneider. Sodann legte das Team neun digitale Vertriebsansätze vor. Als eines von sechs Projekten ist ihr Praxisprojekt für den WTT Young Leader Award nominiert, der am Montag vergeben wird. (red)