Yellen und Trump auf Konfrontationskurs

Zur Sache

Renzo Ruf
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Lange musste sie sich den Vorwurf gefallen lassen, sie agiere zu zögerlich. Doch nun drückt Amerikas Währungshüterin Janet Yellen plötzlich aufs Gas. Gestern verkündete die US-Notenbank Fed die zweite Zinserhöhung innert drei Monaten – und die nächsten Anpassungen werden wohl bereits im Sommer und Herbst folgen.

Verantwortlich für diesen Aktionismus sind gute Nachrichten von der Front: Die weltgrösste Volkswirtschaft läuft rund, Arbeitgeber schaffen munter Jobs. Die Arbeitslosenquote ist im Februar auf 4,7 Prozent gesunken, die Inflation bewegt sich endlich auf den Zielwert von 2 Prozent zu. Angesichts dieser positiven Entwicklungen will Yellen verhindern, dass die US-Wirtschaft überhitzt oder dass die anstehende Korrektur an den Aktienmärkten in eine neue Krise mündet. Die Fed-Chefin strebt eine sanfte Landung an und ein Wirtschaftswachstum von rund 2 Prozent im Jahr.

Damit geht die vorsichtige Ökonomin aber auf Konfrontationskurs mit der neuen Regierung. Präsident Donald Trump hat nicht nur einen lang anhaltenden Boom versprochen, mit Wachstumsraten von über 3 Prozent und Jobs in Hülle und Fülle. Er ist auch auf höhere Staatseinnahmen angewiesen, will er sein ehrgeiziges Wirtschaftsprogramm finanzieren – und verhindern, dass die geplanten Steuersenkungen das Loch in der Bundeskasse weiter aufreissen. Zwei oder gar drei Zinserhöhungen in Folge könnten dem Präsidenten einen Strich durch die Rechnung machen. Und den «Trump-Boom», von dem der Republikaner oft und gerne spricht, wenn nicht abwürgen, so doch auf ein Strohfeuer reduzieren. Seite 13