Yellen signalisiert eine nächste Zinserhöhung

JACKSON HOLE. US-Notenbankchefin Janet Yellen hat sich relativ optimistisch über die US-Wirtschaft und mögliche weitere Zinserhöhungen geäussert, sich aber nicht genauer festgelegt.

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JACKSON HOLE. US-Notenbankchefin Janet Yellen hat sich relativ optimistisch über die US-Wirtschaft und mögliche weitere Zinserhöhungen geäussert, sich aber nicht genauer festgelegt. Auf der geldpolitischen Konferenz in Jackson Hole im US-Staat Wyoming sagte Yellen: «Ich glaube, dass angesichts der soliden Entwicklung des Arbeitsmarktes und unserer Prognosen für die Konjunktur und die Inflation seit einigen Monaten mehr und mehr für eine Anhebung der Zinsen spricht.» Damit lässt sie die Möglichkeit offen, dass die Zinsen schon im September angehoben werden – oder doch erst später. Die meisten Beobachter waren bisher der Ansicht, dass der nächste Zinsschritt erst im Dezember zu erwarten sei. Die US-Notenbank Fed hatte die Leitzinsen vergangenen Dezember erstmals seit der Finanzkrise erhöht, von nahe null auf eine Spanne von 0,25% bis 0,5%. Längerfristig betrachtet sagte Yellen, «Prognosen zeigen, dass die Leitzinsen für längere Zeit bei drei Prozent verharren werden». Ferner äusserte Yellen die Ansicht, dass die Ankäufe von Anleihen «wichtige Komponenten im Instrumentarium» der Fed bleiben.

Die Themen der Tagung in Jackson Hole, einschliesslich einiger schon im Vorfeld veröffentlichter Studien, machen auf jeden Fall eines deutlich: Den Notenbanken ist die Normalität abhanden gekommen. Die Hoffnung, ein paar Jahre nach der Finanzkrise könne Geldpolitik wieder so funktionieren wie früher, verflüchtigt sich.

In einer Reaktion auf Yellens Rede sagte Analystin Subadra Rajappa von der Société Générale, die Fed «will wohl, dass die Märkte einzupreisen beginnen, dass es in diesem Jahr zu einer Zinserhöhung kommt». Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner sagte, «dass nach zwei sehr guten Arbeitsmarktberichten in Folge die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung steigt, stand auch vorher schon fest. Wir gehen davon aus, dass die Fed im Dezember ihren Leitzins anhebt.» Falls aber die Arbeitsmarktdaten für August deutlich besser ausfielen, «könnte der Zinsschritt auch schon im September erfolgen». (rtr/red.)

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