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Würth ITensis wächst am Bodensee

RORSCHACH. IT-Dienstleister Würth ITensis erwartet weiteres Wachstum am Standort Rorschach, wo sich das Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit befindet. Ein Thema, das wie der datenschutzkonforme Umgang mit Informationen immer wichtiger werde.
Thorsten Fischer
André Vils (links) von Würth ITensis in Rorschach und Unternehmenschef John Fisher im Serverraum. (Bild: Urs Bucher)

André Vils (links) von Würth ITensis in Rorschach und Unternehmenschef John Fisher im Serverraum. (Bild: Urs Bucher)

Apps, virtuelle Betriebsumgebungen oder Cloud Computing: Das sind drei Entwicklungen, die den Wandel hin zum vernetzten Alltag vorantreiben. Nicht nur die Informationstechnologie (IT) erhält damit ein neues Gesicht. Auch die Anforderungen, die Benutzer an die IT stellen, verändern sich – und damit der Markt. «Alle fünf bis sieben Jahre muss sich ein IT-Unternehmen dem anpassen und sich teilweise neu erfinden», sagt John Fisher, operativer Chef von Würth ITensis.

Das Unternehmen ist einerseits der IT-Dienstleister der Würth-Gruppe, die weltweit mit Befestigungsmaterialien handelt. 40% des Umsatzes macht die eigenständige Würth-Gesellschaft aber inzwischen mit unterschiedlichen Kunden ausserhalb der Gruppe. Am Standort Rorschach direkt im Würth-Gebäude am Bodensee beschäftigt der IT-Dienstleister mittlerweile 25 Personen. Insgesamt sind in der Schweiz für Würth ITensis 110 Mitarbeitende tätig.

Neben dem Hauptsitz in Chur und der Niederlassung in Rorschach gibt es Standorte in Luzern und Urdorf. Dazu wird eine kleine Servicestelle in Davos betrieben. Auch ins Ausland hat das Unternehmen expandiert: In Indien und China arbeiten insgesamt 40 Mitarbeitende.

Übers Netz zusammengeführt

Den Umbruch in der Informatikwelt illustriert Fisher an einem handfesten Beispiel. Früher kaufte oder mietete ein Firmenkunde für sich einen Serverschrank. Oder er baute komplette eigene Rechenzentren. Direkt darin waren Hard- und Software verbaut, die entsprechend angeschafft werden musste. «Inzwischen macht sich auch hier der Trend zur Virtualisierung bemerkbar», erklärt Fisher.

«Heute werden die verschiedenen Komponenten eines Servers – Rechenleistung, Speicherplatz, Netzwerk- und Sicherheitskomponenten – an physisch unterschiedlichen Orten von Providern bereitgestellt. Übers Netz werden sie zusammengeführt und dem Kunden virtuell zur Verfügung gestellt.» Der Kunde könne somit genau das aussuchen, was er benötige, und kurzfristig, etwa auf Monatsbasis, den Bedürfnissen anpassen. Zu den Outsourcing-Kunden in der Schweiz zählen Klein- und Mittelunternehmen aller Branchen. André Vils, Leiter Security & Consulting von Würth ITensis, nennt als Beispiele Banken, Bauunternehmen, Kliniken oder Treuhandfirmen.

Ebenso lassen drei der grössten Bergbahnen aus Graubünden die ganze Infrastruktur – von der Schneekanone bis zum Kassenterminal – vollständig von Würth ITensis im Outsourcing betreiben. Immer stärker gefragt sind Angebote rund um Informationssicherheit. «Wenn Daten das vielzitierte Gold der Zukunft sind, rückt die Datensicherheit unweigerlich in den Mittelpunkt», sagt Würth-ITensis-Chef Fisher. Es werde immer mehr auf die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit geachtet.

Rorschach ist denn auch zum Kompetenzzentrum für die IT-Sicherheit innerhalb von Würth ITensis aufgestiegen und erwartet – entsprechend dem Markttrend zu mehr IT-Sicherheit – weiteres Wachstum.

Für Auslagerung und Notfälle

Das im Oktober 2014 in Betrieb genommene neue Rechenzentrum in Rorschach wird vorab für die Auslagerung von Datenbeständen und als Zentrum für Disaster-Recovery genutzt – also den Notbetrieb und die Wiederherstellung von Systemen nach grösseren Systemausfällen. Ein weiteres Hochsicherheitsrechenzentrum befindet sich in Chur. Alle Daten blieben in der Schweiz, betont das Unternehmen. Das gelte auch bei der neusten Entwicklung FileServe. Sie arbeitet mit dreifacher Verschlüsselung und ermöglicht den mobilen standortübergreifenden Austausch von Daten zwischen Servern, PCs, Tablets und Smartphones.

Ebenso werden Richtlinien und Konzepte zur IT-Sicherheit erstellt. Wichtig sei, Mitarbeitende von Kundenfirmen im Umgang mit der IT zu sensibilisieren, sagt Vils. Ein interaktives Schulungsprogramm soll den Angestellten der Kundenfirmen das nötige Know-how nahebringen. So treffen die Teilnehmer bei einem virtuellen Rundgang in einem Bürogebäude auf klassische Situationen, wo es die richtigen IT-Entscheide zu treffen gilt.

Etwa, ob ein gefundener USB-Stick einfach so in den Bürocomputer gesteckt werden sollte. Nein, lautet in diesem Fall die Antwort des Sicherheitsexperten. Ein Speicherstick unbekannter Quelle könnte mit Viren befallen sein – oder ein Tool, das darauf gespeichert ist, öffnet das private Firmennetzwerk unbemerkt für einen Hackerzugriff.

Daten in der Medizin nehmen zu

Ein wachsendes Geschäftsfeld für sicheres Datenmanagement sieht Vils auch in der Medizin. Bei Ärzten und in Krankenhäusern fallen besonders schützenswerte Personendaten an. Diese Daten gelte es nach dem schweizerischen Datenschutzgesetz entsprechend vor Zugriffen und in ihrer Integrität zu schützen. «Dies betrifft sowohl die Datenhaltung wie auch die Übermittlung von Daten.»

Beschäftigt werden in Rorschach Systemtechniker, Applikationsentwickler, Experten für Netzwerk und Security sowie Projektleiter. Würth ITensis sei der IT-Nachwuchs sehr wichtig, betont Vils. Es sei nicht immer einfach, IT-Experten in der Ostschweiz zu rekrutieren. Aus diesem Grund sind zurzeit insgesamt 13 Auszubildende im Unternehmen tätig. Einige davon – Systemtechniker und Mediamatiker – sind in Rorschach angestellt.

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