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Wohin geht die Reise des Frankens?

Börsenspiegel
Tim Sprissler, Foreign Exchange Analysis, und Daniel Weilenmann, Foreign Exchange Sales Ostschweiz, Credit Suisse

Was für einen Unterschied ein Jahr ausmacht! Knapp zwei Monate vor den italienischen Parlamentswahlen verzeichnete der Euro kürzlich seinen höchsten Stand gegenüber dem Schweizer Franken seit Aufgabe des Mindestkurses Anfang 2015. Vor einem Jahr bangten Beobachter noch vor den französischen Wahlen, und der Franken handelte inmitten von Sorgen um den Zusammenhalt des Euroraumes deutlich unter 1.10 je Euro.

Doch seither hat der eurofreundliche Ausgang der französischen Wahlen mit dem Sieg Emmanuel Macrons die Risikoprämie des Euros geschmälert. Gleichzeitig erlebt die Eurozone einen Wirtschaftsaufschwung. Dies begünstigte eine Reduktion der seit 2015 verzeichneten Überbewertung des Frankens. Ein wichtiges Signal kam auch von der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die ihre Devisenkäufe Mitte 2017 einstellen konnte.

Moderate Frankenschwäche mittelfristig wahrscheinlich

Der starke Wirtschaftsausblick für den Euroraum ist ein Plus für die Gemeinschaftswährung. Zudem hält die SNB bis auf Weiteres an ihrer Negativzinspolitik fest. Sie schätzt den Franken weiter als «hoch bewertet» und die Trendumkehr bei der Nachfrage nach sicheren Anlagen als «nach wie vor fragil» ein. Wir erwarten, dass sie ihre Geldpolitik erst zeitverzögert nach der Europäischen Zentralbank (EZB) im 2019 zu normalisieren beginnt. Das begünstigt unseres Erachtens mittelfristig eine weitere moderate Abwertung des Frankens, wobei der frühere Mindestkurs von 1.20 Franken je Euro eine wichtige Hürde darstellen dürfte.

Strategie: Euro in allfällige Schwäche kaufen

In der näheren Zukunft könnte der Euroanstieg jedoch vorerst pausieren. Über 1.17 handelt das Währungspaar gemäss unserem erweiterten Kaufkraftparitätenmodell innerhalb des Unsicherheitsbandes um den langfristigen fairen Wert von rund 1.30 Franken pro Euro. Damit erscheint der Euro nicht mehr deutlich unterbewertet. Auch dürfte die EZB in den ersten Monaten des neuen Jahres ihren vorsichtigen Zinsausblick angesichts schwacher Teuerung beibehalten. Der Zinsvorteil des Euroraumes gegenüber der Schweiz und somit die Anreize für private Kapitalabflüsse aus der Schweiz bleiben daher zunächst gering. Und die italienischen Wahlen? Aufgrund sich abzeichnender unklarer Mehrheitsverhältnisse können sie durchaus für Volatilität sorgen. Das politische und wirtschaftliche Umfeld in der Eurozone ist jedoch deutlich stabiler als vor einem Jahr, weshalb wir den Euro in allfällige Schwäche eher kaufen würden.

Tim Sprissler, Foreign Exchange Analysis, und Daniel Weilenmann, Foreign Exchange Sales Ostschweiz, Credit Suisse

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