«Wo sich echte Chancen ergeben»

Nachgefragt

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Remo Lobsiger, wie besteht unsere Industrie gegen ausländische Konkurrenz?

Ein Patentrezept gibt es nicht. Die Thurgauer und generell die Schweizer Wirtschaft behaupten sich schon jetzt mit guter Qualität und mit hervorragendem Service. Das bleibt wichtig. Entscheidend ist auch, dass Unternehmen offen sind für Marktentwicklungen und technologischen Fortschritt. Bei Letzterem ist es wichtig, nicht gleich auf jeden Trend aufzuspringen, sondern die für sich relevanten Entwicklungen zu erkennen und dort aktiv zu werden, wo sich echte Chancen ergeben.

65 Prozent der befragten Firmen orten das grösste Wachstumspotenzial in einer besseren Ausschöpfung des Kerngeschäfts. Woher rührt diese Besinnung auf die angestammten Stärken?

Dass die Unternehmen die grössten Wachstumschancen in ihrem Kerngeschäft sehen, haben wir bereits in den Umfragen der vergangenen Jahre beobachtet. Der konstante Fokus auf ihre Stärken zeichnet die hiesigen Unternehmerinnen und Unternehmer aus. Was aber ebenso wichtig ist: Sie sind offen für Innovationen.

Der Fachkräftemangel beschäftigt viele Unternehmen. Was tun diese dagegen?

Laut unserer Umfrage setzen die Unternehmen stark auf Aus- und Weiterbildung. Das alleine genügt aber nicht. Entscheidend ist es, die Spezialisten im Betrieb zu halten. Die Firmen scheinen das erkannt zu haben. Darum geben sie zudem an, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, indem sie zum Beispiel Teilzeitmodelle anbieten, ihren Mitarbeitenden mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten gewähren und damit unter anderem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. (T. G.)