Wo Hilti aufholen will

Pius Baschera, Präsident des Liechtensteiner Bau- gerätekonzerns Hilti, zu Chancen in Schwellenländern.

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Pius Baschera Hilti-Präsident (Bild: Quelle)

Pius Baschera Hilti-Präsident (Bild: Quelle)

Herr Baschera, die Zeichen stehen auch in der Baubranche wieder auf Wachstum. Trotzdem wollen Sie bei Hilti nicht so einfach zum Tagesgeschäft wechseln. Warum?

Pius Baschera: Die globale Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Krise hat diese Dynamik noch verstärkt: Die Schwellenländer sind weiter gewachsen, während etablierte Märkte einen empfindlichen Dämpfer erlitten. Ein Ende dieser Marktverschiebung ist angesichts des Bevölkerungswachstums in Teilen Asiens nicht absehbar. Für die Baubranche bieten sich dadurch grosse Chancen im Verkehrs- und Infrastrukturbereich der Schwellenländer. Darauf muss sich auch Hilti einstellen.

Hilti erzielt fast drei Viertel des Umsatzes in Europa und Nordamerika. Hinken Sie dem Wachstum in Schwellenländern hinterher?

Baschera: In den Schwellenländern sind wir bis anhin tatsächlich weniger stark aufgestellt als in unseren Kernmärkten. Im oberen Preissegment sind wir aber auch in Schwellenländern stark vertreten, etwa beim Bau von Atomkraftwerken oder Untergrundbahnen. Dagegen haben wir im mittleren und unteren Preissegment noch Nachholbedarf. In den Schwellenländern sind unsere Produkte teils zu aufwendig und teuer für einfache Anwendungen.

Gibt es bald eine Billiglinie von Hilti-Baugeräten für den Markt in China?

Baschera: Eine Billig-Produktlinie von Hilti wird es nie geben. Hilti steht für Leistung, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Bei diesen Qualitätsmerkmalen machen wir keine Abstriche. Allerdings müssen wir in den Schwellenländern unser Produktportfolio dahingehend überprüfen, ob die Geräte tatsächlich dem Kundenbedürfnis entsprechen. In einzelnen Fällen könnten Anpassungen sinnvoll sein, ohne dass wir damit die Stärke der Marke Hilti schwächen.

Hilti hat vor der Krise das Ziel herausgegeben, den Umsatz bis 2015 auf 8 Mrd. Franken zu verdoppeln. Halten Sie an dieser Vorgabe fest?

Baschera: Die Finanzkrise hat uns natürlich zurückgeworfen. An der Umsatzverdoppelung halten wir grundsätzlich fest, aber es könnte zwei oder drei Jahre länger dauern als ursprünglich geplant, bis wir dieses Ziel erreichen.

Kommen auch Übernahmen in Frage?

Baschera: Auch in Zukunft sind Übernahmen denkbar. Es ist aber momentan nichts spruchreif.

Interview: Patrick Stahl