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Wirtschaftswachstum nimmt Fahrt auf

Börsenspiegel
Claude Maurer

Der Blick in den konjunkturellen Rückspiegel hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ist das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im zweiten Quartal 2017 erneut bescheiden ausgefallen. Gegenüber dem Vorquartal nahm die preisbereinigte Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent zu. Insgesamt lag das Bruttoinlandprodukt (BIP) zur Jahreshälfte lediglich 0,3 Prozent über dem Stand des Vorjahres.

Aktuelle Statistiken zeigen indes ein deutlich positiveres Bild: Die Stimmung der Konsumenten ist überdurchschnittlich gut, die Auslastung in der Industrie nimmt seit Monaten zu, die Tourismuszahlen steigen, und sogar die Umsätze im Detailhandel haben sich stabilisiert. Gleichzeitig notieren Vorlaufindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex PMI nahe ihrer Rekordstände. Dementsprechend bleiben wir optimistisch und gehen unverändert von einer Wachstumsbeschleunigung auf 1,7 Prozent im kommenden Jahr aus.

Trotz der verbesserten Konsumentenstimmung dürfte sich das Konsumwachstum 2018 etwa im Rahmen der Vorjahre bewegen. Gegen ein stärkeres Konsumwachstum spricht vor allem der stockende Stellenaufbau. Zum einen sind die Unternehmen wegen des hohen Lohnniveaus zurückhaltend bei der Rekrutierung. Zum anderen dürften sie in erster Linie bestrebt sein, ihre Gewinnsituation wieder zu verbessern. Die zu erwartende Anhebung des derzeit rekordtiefen Anteils der Unternehmensgewinne am BIP hat jedoch nur ein schwaches Beschäftigungswachstum und geringe Lohnsteigerungen zur Folge. Letztere werden im Durchschnitt nominal um 0,7 Prozent steigen, was angesichts einer Teuerung von 0,5 Prozent einen nur marginalen Kaufkraftgewinn mit sich bringt.

Exportwirtschaft in vorteilhafter Position

Die Verbesserung der Gewinnsituation sowie das bessere globale Wachstumsumfeld sollten sich indes positiv auf die Unternehmensinvestitionen auswirken, was eine dynamischere Investitionstätigkeit erwarten lässt. Auch der Aussenhandel dürfte an Schwung gewinnen, präsentiert sich die Lage für die Exportindustrie doch vorteilhaft: Das von der Credit Suisse berechnete Exportbarometer, das die Nachfrage­situation in den wichtigsten Absatzmärkten der Schweiz abbildet, hat im August ein historisches Höchst erreicht. Zudem hat die Überbewertung des Frankens gegenüber dem Euro abgenommen. Weiterhin rege bleiben vorerst die Bauinvestitionen – angesichts steigender Leerstände und Kapazitätsengpässe dürfte aber der Zenit bald überschritten sein.

Claude Maurer

Leiter Konjunkturanalyse Schweiz, Credit Suisse

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