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Wirtschaft soll neue Ideen gebären

Die Gesellschaft altert nicht nur in westlichen Nationen immer stärker, sondern auch in Schwellenländern, zeigt Ökonom Klaus Wellershoff auf. Gefragt seien daher neue Ansätze.
Thorsten Fischer

ST. GALLEN. Die Prognose ist durchmischt, mit der Klaus Wellershoff am Wirtschaftsanlass im Kurhaus Oberwaid St. Gallen aufwartete. In seinem Ausblick dämpfte er allzu rosige Erwartungen punkto Konjunktur und Börse, machte aber auch Mut, in Zeiten von Trendbrüchen neue Wege zu gehen. Der ehemalige UBS-Chefökonom hatte dies selber mit einer eigenen Firma getan. Das Beratungsunternehmen Wellershoff & Partners wurde mitten in der Finanzkrise gegründet, und «es geht uns gut», versicherte Wellershoff.

Fruchtbarkeit und Finanzwelt

Ein Trend, der immer stärker in den Fokus rückt, ist die demographische Entwicklung. Zum Wirtschaftsausblick eingeladen hatte denn auch das WDA World Demographic & Ageing Forum. Wellershoff, der im Stiftungsrat des WDA Forum ist, machte deutlich, dass wirtschaftliches Wachstum nicht nur von Kapital, Investitionen oder technischem Fortschritt abhängt. Ebenso wichtig ist die Bevölkerungsentwicklung – und wie aktiv die Gesellschaft mit diesen Fragen umgeht.

Zahlenmässig allzu weit vorausblicken lässt sich nicht. «Die exakten Fruchtbarkeitsraten der Zukunft sind naturgemäss schwierig vorherzusagen», sagte Wellershoff. Bekannt ist heute aber dies: Die demographische Entwicklung in westlichen Ländern – mit zunächst tiefen Geburtenraten, einer insgesamt alternden und dann abnehmenden Bevölkerung – wird sich ökonomisch auswirken. Unabhängig von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise dürfte die Wirtschaft in den kommenden Jahren langsamer wachsen.

Vielen geht es ähnlich

Macht die steigende Nachfrage aus Schwellenländern den im Westen längerfristig schrumpfenden Konsum nicht wett? Dieser Hoffnung erteilte Wellershoff eine Absage. Auch Schwellenländer wie China stünden vor den gleichen Herausforderungen, was die Bevölkerung angehe.

Der Ökonom wollte das Thema Demographie aber nicht mit einem pessimistischen Unterton versehen, sondern ermunterte dazu, die Auswirkungen auf die Gesellschaft zu diskutieren. Fragen nach der Zukunft des Pensionssystems, veränderten Arbeitszeiten oder neuen Produkten und Dienstleistungen sollten aufgegriffen werden. Diesen Austausch fördern will auch das WDA Forum. Es bringt Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Vertreter aus der ganzen Gesellschaft zusammen. Das Netzwerk ist bestrebt, die Plattform durch weitere Unterstützer auszubauen.

Blick auf die Börsen

Besorgt zeigte sich Wellershoff, was die aktuelle Entwicklung an den Börsen angeht. Der Finanzmarkt entkopple sich immer mehr von der Realwirtschaft. Seit einiger Zeit steigt der Ansturm auf Aktien, weil viele andere Anlageformen wegen der tiefen Zinsen kaum mehr attraktiv sind. Doch Wellershoff mahnte: «Zuerst kommt immer der Anlagenotstand – und später folgt meist der Notstand der Anlagen.»

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