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Implenia: Die Angst geht um – wird der grösste Schweizer Baukonzern ins Ausland verscherbelt?

Angst um den grössten Baukonzern der Schweiz: Aktionäre würden enteignet – oder Implenia werde zerschlagen und ins Ausland verkauft.
Niklaus Vontobel
Implenia: Um den Konzern mit dem Edelweiss ist eine Auseinandersetzung entbrannt (Bild: Chris Iseli)

Implenia: Um den Konzern mit dem Edelweiss ist eine Auseinandersetzung entbrannt (Bild: Chris Iseli)

Es geht um nichts weniger als die Zukunft des grössten schweizerischen Baukonzerns. Zumindest wenn man den Akteuren im Streit um Implenia glaubt. Gestern warnte der Investor Veraison: Die neuen Pläne von Implenia kämen einer Enteignung gleich.

Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Meister wurde zum Rücktritt aufgefordert. Handkehrum wird Veraison aus Investorenkreisen kritisiert. Die Gesellschaft mit Chef Gregor Greber sei auf das schnelle Geld aus. Seine Pläne liefen auf eine Zerschlagung von Implenia hinaus. Die von einander getrennten Teile würden zur leichten Beute für ausländische Käufer.

Es geht ums liebe Geld. Implenia ist an der Börse eingebrochen, seit ein neuer Chef an der Spitze steht. Heute ist der Kurs rund 40 Prozent tiefer als früher. Implenia wird auch tiefer gehandelt als vergleichbare europäische Unternehmen. Käme das Vertrauen zurück, Implenia wäre rund 300 Millionen Franken mehr Wert.

Reaktion von Implenia: Vom «aggressiven» Vorgehen der Aktionäre überrascht

Man habe am Donnerstag über die Medien erfahren, dass die Aktionärsgruppe Implenia zerschlagen und Teile des Verwaltungsrats auswechseln wolle, teilte der Baukonzern am Freitag mit.

Die Sichtweise der Aktionärsgruppe stehe in starkem Kontrast zu den positiven Rückmeldungen, die der Konzern im Nachgang zu ihrem Investorentag erhalten habe.

«Implenia ist überrascht von der aggressiven Vorgehensweise der Aktionärsgruppe», hielt das Unternehmen fest. Man sei aber weiterhin offen für einen konstruktiven Dialog. Der Verwaltungsrat werde «zur gegebenen Zeit» detailliert zu den Ansinnen Stellung nehmen.

Bis dato sei allerdings noch kein formeller Antrag mit Traktanden für eine ausserordentliche Generalversammlung bei Implenia eingegangen. (sda/sam)

Die Sichtweise der Aktionärsgruppe stehe in starkem Kontrast zu den positiven Rückmeldungen, die der Konzern im Nachgang zu ihrem Investorentag erhalten habe.

"Implenia ist überrascht von der aggressiven Vorgehensweise der Aktionärsgruppe", hielt das Unternehmen fest. Man sei aber weiterhin offen für einen konstruktiven Dialog. Der Verwaltungsrat werde "zur gegebenen Zeit" detailliert zu den Ansinnen Stellung nehmen.

Bis dato sei allerdings noch kein formeller Antrag mit Traktanden für eine ausserordentliche Generalversammlung bei Implenia eingegangen. (sda/sam)

Die Sichtweise der Aktionärsgruppe stehe in starkem Kontrast zu den positiven Rückmeldungen, die der Konzern im Nachgang zu ihrem Investorentag erhalten habe.

"Implenia ist überrascht von der aggressiven Vorgehensweise der Aktionärsgruppe", hielt das Unternehmen fest. Man sei aber weiterhin offen für einen konstruktiven Dialog. Der Verwaltungsrat werde "zur gegebenen Zeit" detailliert zu den Ansinnen Stellung nehmen.

Bis dato sei allerdings noch kein formeller Antrag mit Traktanden für eine ausserordentliche Generalversammlung bei Implenia eingegangen. (sda/sam)

Solche Konstellationen rufen unweigerlich aktivistische Investoren auf den Plan. Veraison mit Chef Gregor Greber ist ein solcher Aktivist. Zuletzt setzte er beispielsweise beim Freiburger Halbleiterkonzern Comet einen neuen Präsidenten durch. Und zwar gegen den Willen des bestehenden Verwaltungsrates. Nun soll bei Implenia der Börsenkurs gehoben werden. Dafür langt Greber zu: Die Strategie soll geändert, der Präsident abgesetzt und Firmenteile verkauft werden.

Noch im Frühling 2016 war es mehr oder weniger ruhig um Implenia. Hans Ulrich Meister wurde neuer Verwaltungsratspräsident. Zuvor hatte er rund 30 Jahre lange für die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse gearbeitet. Am Ende war er im Kampf um die nächste Stufe auf der Karriereleiter bei der Credit Suisse unterlegen. Meister wurde vom damaligen Langzeit-Chef Anton Affentranger zu Implenia geholt. Doch im Herbst 2018 musste Affentranger gehen. Es hiess, Affentranger und Meister hätten sich entzweit.

André Wyss trat im Oktober 2018 als neuer Chef an. Wyss hatte drei Jahrzehnte beim Pharmakonzern Novartis hinter sich, auf den Chef-Posten hatte er es in Basel nicht geschafft. Als er bei Implenia anfing, hatte der Konzern an der Börse bereits einen Einbruch hinter sich.

Die Erwartungen an das Auslandgeschäft waren nicht erfüllt worden. Wyss räumte auf. Im Dezember gab er bekannt, im Auslandsgeschäft seien Abschreibungen nötig. Später ging der langjährige Finanzchef. Doch der Kurs fiel nur noch tiefer. Wyss hatte quasi unfreiwillig das Terrain für Veraison bereitet.

Veraison greift den Präsidenten von Implenia persönlich an

Im September 2019 hatte Gregor Greber seinen Auftritt. Der Veraison-Chef gab sich erst zurückhaltend, man wolle Implenia zurück zum Erfolg führen. Wenige Tage später legte er nach. Das Entwicklungsgeschäft mit der Landbank solle abgetrennt und an die Börse gebracht werden.

Implenia wäre damit aufgespalten. Grebers Worte erhielten zusätzliches Gewicht: Er hatte die Unterstützung von Implenia-Grossaktionär Max Rössler. Der 79-Jährige ist Implenia treu, seit diese im Jahr 2006 gegründet wurde. Er hält rund 16 Prozent, dagegen Greber nur etwa 2 Prozent. Rössler kann man nun wirklich nicht vorwerfen, es auf das schnelle Geld abgesehen zu haben.

Anfang dieser Woche wurde Greber und Rössler scheinbar entgegengekommen. Meister und Wyss schlugen vor: Ein Teil der Landbank werde in ein Anlagevehikel überführt, in das dritte Investoren sich einkaufen. Implenia bekäme neues Kapital, die Immobilien würden rascher entwickelt. Der Vorschlag kam gut an bei Analysten. Damit werde ein Schritt in Richtung von Veraison gemacht.

Von dort kam jedoch nur Kritik. Intransparent sei das Vorgehen: Es bleibe unklar, zu welchem Preis die Immobilien überführt werden ins neue Anlagevehikel. Enteignet würden die Aktionäre, weil sie keine klaren Rechte am Anlagevehikel hätten.

Zuletzt spielte Greber auf den Mann, auf den Präsidenten. Hans Ulrich Meister werde im Kampf gegen Veraison beraten von der Credit Suisse. Diese sei ein Investor, der sich für das neue Anlagevehikel interessieren könnte. Meister sei von der CS in den Verwaltungsrat des Energiekonzerns Alpiq geholt worden, wo die Minderheitsaktionäre nun billig ausgekauft würden. Bei Implenia drohe eine Wiederholung.

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