«Wir waren schlicht zu spät dran»

Er kennt den Schweizer Markt. Wolfgang Kirsch, Geschäftsführer der Media-Saturn-Holding, hat 1994 Media Markt in die Schweiz gebracht. Bei der Einführung von Saturn habe man Fehler gemacht, gibt er zu.

Drucken
Teilen

Er kennt den Schweizer Markt. Wolfgang Kirsch, Geschäftsführer der Media-Saturn-Holding, hat 1994 Media Markt in die Schweiz gebracht. Bei der Einführung von Saturn habe man Fehler gemacht, gibt er zu.

In Deutschland gibt es Saturn und Media-Märkte, sogar in der gleichen Stadt. Woran ist das Abenteuer Schweiz für Saturn letztlich gescheitert?

Die Antwort ist einfach. Wir waren schlicht zu spät dran. Media Markt war bereits erfolgreich etabliert. Wir sind bis heute als Marke die klare Nummer eins in der Schweiz. Die Mitbewerber haben daneben einen guten Stand. Da gab es

für die Ansiedlung von Saturn kaum Chancen, sich zu entwickeln.

Also wird es in naher Zukunft keinen weiteren Versuch mit Saturn geben?

Nein, es ist nicht geplant, Saturn-Märkte in der Schweiz anzusiedeln. Mit Media Markt hingegen werden wir wachsen und weitere Märkte eröffnen.

Sind die Margen unter den aktuellen Bedingungen, sprich starker Franken, harter Wettbewerb, noch rentabel?

Also, ich bin nun schon sehr lange im Handel tätig. Es ist noch kein Jahr vergangen, in dem die Margen kein Thema waren. Das gehört im Handel einfach dazu. Wir müssen Antworten auf die Probleme am Markt finden. Und das haben wir mit unserer neuen strategischen Ausrichtung, die bereits greift, getan. Wir bieten heute die wohl umfassendste Vernetzung von stationären Märkten und Online-Angebot in der Schweiz. Zudem sind wir der einzige Consumer-Electronics-Händler in der Schweiz, bei dem man alle Produkte auch vor Ort ausprobieren kann.

Es gibt Media-Märkte, die sehr gut laufen. Andere haben Probleme. Woran liegt das? Am Standort?

Wir sind insgesamt sehr erfolgreich. Wir haben im vergangenen Jahr einmal mehr Marktanteile hinzugewonnen und sind als Marke klarer Marktführer. Doch der Standort ist natürlich wichtig. Heute ist der Kunde nicht mehr bereit, 30 Kilometer in einen Media Markt zu fahren. 10 Kilometer hingegen schon.

Die Elektro- und Elektronikbranche ist ständig im Wandel, auch wegen neuer Technik. Was ist heute der stärkste Umsatztreiber in der Schweiz?

Bei uns ist das klar die mobile Kommunikation, also Handys. Inzwischen machen wir hier den grössten Umsatz. Dieses Segment werden wir deshalb auch ausbauen. Zudem setzen wir grosse Hoffnungen auf Themen wie Wearables und vernetzte Technik, Stichwort Smart Home. (bor)

Aktuelle Nachrichten