«Wir waren bereit»

Herr Ledergerber, wie reagiert die SGKB auf die rückläufigen Erträge im Private Banking?

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Herr Ledergerber, wie reagiert die SGKB auf die rückläufigen Erträge im Private Banking?

Grundsätzlich müssen wir akzeptieren, dass die Erträge zyklisch und strukturell bedingt unter Druck sind. Wir wollen unseren Kunden möglichst attraktive Anlageideen präsentieren und die Zahl der Vermögensverwaltungsmandate steigern. In Zeiten rückläufiger Erträge geniessen aber auch Kosteneinsparungen weiterhin höchste Priorität.

Welche Folgen hat das Nein Deutschlands zur Abgeltungssteuer?

Wir waren bereit, ab 2013 die Abgeltungssteuer abzuwickeln. Das wird nun nicht umgesetzt. Das hat zur Folge, dass einerseits die Bank selbst keine Akontozahlung leisten muss und andererseits die Abflüsse in diesem Jahr kleiner werden, weil die Kunden keine Abgeltungssteuer abführen müssen.

Die Banken mussten im Hinblick auf die Abgeltungssteuer einiges investieren. Ist dieses Geld nun verloren?

Das kann man so nicht sagen: Es standen gleichzeitig drei Abkommen zur Debatte, von denen werden nun jene mit Österreich und Grossbritannien umgesetzt. Die spezifischen Aufwendungen für Deutschland waren nun umsonst. Höchst unangenehm war auch, dass die Banken die Umsetzung auf den fixierten Termin Anfang 2013 vorantreiben mussten, bevor der politische Entscheid getroffen war.

Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung im deutschen Markt?

Wir verzeichnen in der Schweiz Abflüsse von Geldern deutscher Kunden, während wir in Deutschland Zuflüsse verbuchen. Zudem gewinnen wir über unsere Tochterbank in München Neukunden, die dann ans Mutterhaus vermittelt und in St. Gallen gebucht werden. Das bestätigt, dass wir mit der Gründung einer eigenen Bank in unserem wichtigsten Auslandmarkt Deutschland die richtige Strategie eingeschlagen haben. (du)