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GE-Personalvertreter: «Wir verhandeln weiter»

Thomas Bauer, Präsident der Personalvertretung von GE Schweiz, spricht über den Stellenabbau in der Schweiz. Er wertet das Sichern von mehr als 200 Jobs als positives Signal.
Daniel Zulauf
Der Sitz von GE Schweiz in Birr AG. (Bild: Walter Bieri/Keystone, 5. Juni 2016)

Der Sitz von GE Schweiz in Birr AG. (Bild: Walter Bieri/Keystone, 5. Juni 2016)

Der amerikanische Industriekonzern General Electric (GE) hat am Montag im Schweizer Kraftwerkgeschäft einen weiteren Kahlschlag angekündigt. 1200 Stellen sollen abgebaut werden. Das sind zwar 200 Stellen weniger als noch im November angedroht. Aber für die Zukunft des traditionsreichen Geschäftes in der Kleinstadt Baden, von wo die Brown Boveri AG einst die Welt eroberte, verheisst die Massnahme nichts Gutes.

Vor fünf Wochen hatte der oberste Schweizer GE-Personalvertreter Thomas Bauer im Gespräch mit unserer Zeitung die ursprünglichen Abbaupläne von GE als «Katastrophe» bezeichnet. Umso mehr, als der Konzern schon vor zwei Jahren 900 Stellen in der Schweiz gestrichen hatte. Damals war es noch gelungen, die Abbaupläne von ursprünglich 1300 Stellen um einen Drittel einzudämmen. Diesmal brachte das Bemühen um Besitzstandwahrung ein deutlich dünneres Ergebnis.

Von der Gefahr einer kritischen Untergrenze, welche die Existenzfähigkeit des Schweizer Standortes grundsätzlich in Frage stellen könnte, will Bauer heute nicht mehr sprechen. Stattdessen will er eine «starke Vision».

Thomas Bauer, Präsident der Personalvertretung von GE Schweiz.

Thomas Bauer, Präsident der Personalvertretung von GE Schweiz.

Thomas Bauer, Sie hatten auf einen Abbau von deutlich weniger als 1000 Stellen gehofft. Warum wurden Sie enttäuscht?

Es ist schliesslich immer eine Frage der Mathematik. Klar ist, dass wir gerne einen geringeren Stellenabbau gehabt hätten. Wir sind aber weiterhin in Diskussionen und hoffen darauf, weitere Stellen retten zu können.

Dennoch: GE Schweiz zählt bald nur noch 2800 Mitarbeiter. Damit ist das hiesige Kraftwerkgeschäft innerhalb von zwei Jahren etwa um die Hälfte geschrumpft. Wo liegt das kritische Mass für die langfristige Existenzfähigkeit des Standortes?

Durch die Entscheidungen, welche in der Konsultation getroffen wurden, werden wir die Kostenstruktur unserer Standorte verbessern können. Somit ist gar nicht an eine kritische Existenzfähigkeit zu denken. Wir wollen eine starke Vision für die Zukunft haben. GE investiert 40 Millionen Dollar in die Fabriken und somit in die Produkte und das Portfolio aus der Schweiz.

Sie hatten Mitte Mai in den Konsultationsgesprächen mit dem Management noch «positive Signale» erhalten. Hatten Sie die Signale anders gedeutet oder haben sie sich als falsch erwiesen?

Ich weiss nicht, ob das Sichern von weit mehr als 200 Arbeitsplätzen kein positives Signal ist. Diese Wertung möchte ich Ihnen überlassen.

Ist die Sache jetzt gelaufen oder können Sie noch etwas unternehmen?

Wir verhandeln weiter, denn es gibt noch einige Bereiche, über die man diskutieren wird.

Es wird voraussichtlich einige hundert Entlassungen geben. Wie sieht der Sozialplan aus?

Der Sozialplan ist sehr gut, da er die aktive Unterstützung der betroffenen Mitarbeitenden im firmeneigenen Jobcenter beinhaltet. Gleichzeitig gibt er den Mitarbeitenden genug Zeit zur Stellensuche.

Ein Teil des Gasturbinen­geschäftes von Alstom ging an die italienische Ansaldo, die in der Schweiz noch rund 420 Leute beschäftigt. Was wissen Sie über die Situation dort?

Ich weiss nicht, ob es der Firma Ansaldo besser oder schlechter geht als uns. Es kämpfen alle Hersteller um den gleichen, aktuell leider kleinen, Markt im Gasturbinengeschäft.

Ansaldo Schweiz hat dieser Tage intern ebenfalls einen Abbau von 24 Stellen bekannt­gegeben. Das sind proportional aber weit weniger als bei GE. Was machen die Italiener besser als die Amerikaner?

Das müssen Sie Ansaldo fragen. Ich kann diese Frage leider nicht beantworten.

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