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«Wir sind und bleiben ein Familienunternehmen»

Hälg-Chef Roger Baumer über seinen Bruder, die Frankenstärke, Energieeffizienz und Atomausstieg.
Laurence Marion Kaufmann
Roger Baumer Mitinhaber und Geschäftsleiter Hälg Building Services Group (Bild: pd)

Roger Baumer Mitinhaber und Geschäftsleiter Hälg Building Services Group (Bild: pd)

Herr Baumer, Sie leiten die Firma zusammen mit Ihrem Bruder. Wie geht das?

Roger Baumer: Gut. Der grosse Vorteil ist, dass wir uns ergänzen, die Verantwortung teilen und gegenseitig herausfordern. Jeder weiss, wie der andere denkt. Natürlich sind wir auch mal unterschiedlicher Meinung, eine Lösung finden wir aber immer.

Wie hat sich die Frankenstärke auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Baumer: Für kurze Zeit konnten wir billiger einkaufen. Der Effekt wurde aber sehr schnell vom Markt absorbiert, da die Kunden rasch auch tiefere Preise verlangten. Einige Kunden bestanden dann auf Nachverhandlungen. Wegen der Frankenstärke wurde aber kein einziges Projekt gestoppt.

Hälg ist ausschliesslich in der Schweiz tätig. Denken Sie über eine Expansion ins Ausland nach?

Baumer: Nein. Der Schweizer Markt bietet nach wie vor beträchtliches Potenzial. Dazu kommt, dass ein Markteinstieg im Ausland zur Zeit schwierig wäre. Die Normen und Gepflogenheiten sind anders und wir kennen sie nicht.

Ist ein Börsengang ein Thema?

Baumer: Nein, das ist definitiv kein Thema. Wir sind ein Familienunternehmen in vierter Generation, und das wollen wir bleiben. Wir haben auch keinen Bedarf an Fremdfinanzierung.

Wie gross ist in der Schweiz die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen in der Gebäudetechnik?

Baumer: Hohe Energieeffizienz ist bereits Standard bei Neubauten. Ein grosses Potenzial liegt in der Sanierung von Altbauten. Im Hinblick auf die Energiestrategie 2050 wird der Druck zum energieeffizienten Bauen und Sanieren noch weiter steigen.

Der Ölpreis ist momentan relativ tief. Lohnt sich da energieeffizientes Bauen?

Baumer: Der aktuell tiefe Ölpreis kann gerade bei Sanierungen dazu verleiten, auf fossile Energieträger zu setzen und kurzfristig «billige» Lösungen zu realisieren. Mittel- bis langfristig lohnt sich energieeffizientes Bauen, auch wenn die Investition grösser ist.

Wie stehen Sie zum Atomausstieg?

Baumer: Der Atomausstieg ist ein heikles Thema. Auf der einen Seite gibt es die Problematik mit dem Atommüll und Katastrophen, wie wir sie in Fukushima erleben mussten. Auf der anderen Seite habe ich eine eher undogmatische Einstellung. Wenn wir eine Technologie grundsätzlich verbieten, verhindern wir auch deren Weiterentwicklung auf ein neues und vielleicht besseres Niveau. Ob mit oder ohne Atomenergie: Wir müssen uns alle mit Energieeffizienz auseinandersetzen und nach Alternativen suchen. Es gilt eine Energielücke zu füllen. Das wirkt sich positiv auf unser Geschäft aus.

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