«Wir haben in Liechtenstein nun die richtige Grösse»

Der neue Hilti-Chef Christoph Loos zur Strategie des Baugeräte-Konzerns und ein Blick in die Schweiz.

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Herr Loos, die Hilti-Gruppe hat ihr Krisenprogramm abgeschlossen, nun soll der Fokus stärker auf globales Wachstum gelegt werden. Was bedeutet dieser Kurswechsel für den Standort in Liechtenstein?

Christoph Loos: Wir haben unter dem Eindruck der Krise und der ungünstigen Währungsentwicklung auch viele Dinge hinterfragt in Liechtenstein. Wir hatten vor der Krise eine Phase kontinuierlichen Wachstums, nun haben wir die letzten Jahre 200 Arbeitsplätze reduziert. Heute haben wir in Liechtenstein eine Grösse, von der wir glauben, dass sie auch in den nächsten Jahren die richtige sein wird. Der Aufbau, den wir jetzt global angehen wollen, wird tendenziell nicht in Liechtenstein stattfinden, aber es wird auch nicht zu einem weiteren Abbau kommen.

Gibt es weitere Massnahmen zur Produktivitätssteigerung am relativ teuren Liechtensteiner Standort?

Loos: Nein, jedenfalls nichts das über die gewöhnlichen Aktivitäten hinausgeht. In unserem Liechtensteiner Werk wird jeden Tag mit Hochdruck daran gearbeitet, produktiver zu werden, Abläufe zu optimieren und Kosten zu senken. Auch in der Finanzabteilung versucht man sich wo immer möglich, schlanker aufzustellen. Das gehört jedoch zum Tagesgeschäft, spezielle Programme gibt es momentan keine.

Auf manche Faktoren, welche die Standortattraktivität beeinflussen, hat Liechtenstein wenig Einfluss. Etwa wird erwartet, dass sich die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative in der Schweiz negativ auf Liechtenstein auswirkt.

Loos: Wir haben einen enorm hohen Anteil an Mitarbeitern, die in der Schweiz leben und täglich zu uns pendeln – nicht nur Schweizer, sondern viele Ausländer, die in der Schweiz leben und in Liechtenstein arbeiten. Es gibt diese Vereinbarung zwischen Liechtenstein, Graubünden, St. Gallen und auch Hilti, dass da bestimmte Kontingente gewährt werden. Wenn das aufgrund der Annahme dieser Initiative wegfallen sollte, würde uns das grosse Sorgen bereiten. Liechtenstein wird das mit einer unlimitierten Zuzugsregelung nicht kompensieren können und Österreich ist für viele unserer internationalen Kollegen nicht so attraktiv, unter anderem aus steuerlichen Gründen. (sl)