Wiederverwertung
Aus Plastikabfall aus dem Meer Schaumplatten machen: Die OST ist mit an Bord

Plastikabfall im Meer verschmutzt dieses und gelangt in die Mägen von Meerestieren, die daran verenden. Den Dreck aus dem Meer holen ist das eine, ihn sinnvoll wiederverwerten das andere. Dazu spannen nun die Ostschweizer Fachhochschule OST und die Basler Firma Tide Ocean SA mit Sulzer Chemtech zusammen. Ergebnis sind PET-Schaumplatten für die Verpackungs- und Bauindustrie.

Thomas Griesser Kym
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Unterwasseraufnahme von Plastikabfall, der im Meer treibt.

Unterwasseraufnahme von Plastikabfall, der im Meer treibt.

Bild: Magnus Larsson/iStockphoto

Im Meer treibt immer mehr Abfall. Drei Viertel davon besteht aus Plastik, wie der WWF schreibt. Konkret gelangen laut den Angaben jedes Jahr 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Abfall in die Ozeane. Pro Quadratkilometer schwimmen demnach Hunderttausende Teile Plastikabfall. Das Meiste davon ist Mikroplastik, also Teile, die kleiner als fünf Millimeter sind, und die in die Mägen von Meerestieren gelangen.

Mittlerweile gibt es mehrere Verfahren, um einen Teil dieses Abfalls aus dem Meer zu holen und ihn wiederzuverwerten. Als führendes Unternehmen bei diesem Upcycling von Plastikabfall sieht sich die Tide Ocean SA mit Sitz in Basel. Das Unternehmen kann Polymerabfälle, darunter PET aus Plastikflaschen, Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) zu Granulat, Garn und Filament verarbeiten, die dann wiederum im Kunststoffspritzguss, für Textilien oder im 3D-Druck einsetzbar sind.

Die OST und Tide Ocean kooperieren mit Sulzer

Nun spannt Tide Ocean mit Sulzer Chemtech zusammen. Als Bindeglied dient die Ostschweizer Fachhochschule OST. Diese hat sich auf der Suche nach neuen Verfahren zur Wiederverwertung von Kunststoffabfall aus dem Meer wie beispielsweise dem Granulat von Tide Ocean an Sulzer Chemtech gewandt.

Wie Sulzer nun mitteilt, ist es Chemtech mit Hilfe einer Pilotanlage, die mit modernsten Schäumungsanlagen ausgestattet ist, gelungen, das rezyklierte Granulat zur Herstellung expandierter PET-Schaumplatten (XPET) zu verwenden. Dabei habe man auch die wichtigsten Verarbeitungsprozesse für die Herstellung von Platten festgelegt, die sich von herkömmlichen XPET-Platten aus neuem Kunststoff nicht unterscheiden lassen.

Auf diese Weise kann das Tide-Ocean-Material für die Verpackungs- und Bauindustrie angeboten werden und dazu beitragen, in diesen Branchen die Nachhaltigkeit zu verbessern.