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Wie Zentralschweizer Kantone in Sachen Firmensteuern dastehen

Mit der Unternehmenssteuerreform des Bundes werden die Karten im Standortwettbewerb neu gemischt. Die Zentralschweizer Kantone stehen nicht schlecht da.
Rainer Rickenbach
Blick in die Sortieranlage des Zuger Schraubenhändlers Bossard. (Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 22. Februar 2018))

Blick in die Sortieranlage des Zuger Schraubenhändlers Bossard. (Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 22. Februar 2018))

Die Zentralschweizer Kantone hätten ihre Hausaufgaben schon lange vor der Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform des Bundes (Staf) erledigt. Das sagt Bruno Käch, Geschäftsführer der Luzerner Gewerbe-Treuhand. «Im schweizerischen Vergleich sind sie alle gut aufgestellt. Doch innerhalb der Region gibt es durchaus Unterschiede. So werden Zug, Schwyz und Nidwalden für Unternehmen steuerlich attraktiver als Luzern», so Käch.

Nach der deutlichen Zustimmung der Stimmberechtigten zur Steuervorlage vom vergangenen Sonntag bleibt den Kantonen nun bis Ende Jahr Zeit, die Ära nach den steuerlich privilegierten Statusgesellschaften in die Tat umzusetzen. Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um internationale Holdinggesellschaften, die auch den Gewinn in der Schweiz günstig versteuerten, den sie zuvor im Ausland erzielt hatten. Damit ist es ab nächstem Jahr vorbei. Sie werden künftig gleich besteuert wie die inländischen Unternehmen.

Unternehmenssteuern sinken für alle Firmen

Die Frage ist nur, ob diese Statusgesellschaften unter dem neuen Steuerregime in der Schweiz bleiben. Sie zahlen tüchtig Steuern: Etwa 3,6 Milliarden Franken fliessen an den Bund, weiterere rund 2 Milliarden an die Kantone. Käch: «Diese internationalen Holdings sind mobil. Ihr Steuersitz ist meist unabhängig von ihren Produktionsstätten in der Schweiz angesiedelt. Viele von ihnen dürften schnell weg sein, wenn sie den Eindruck gewinnen, die Steuerbelastung sei zu hoch.»

Kantone und Bund sind darum übereingekommen, die Unternehmenssteuern für alle Unternehmen, die in- und ausländischen, tief zu halten. Der Bund hat nach dem Ja der Stimmberechtigten nun grünes Licht, die meisten Kantone müssen sich aber noch bewegen. Nur gerade in fünf Kantonen ist die Anschlussgesetzgebung bereits in trockenen Tüchern. In zahlreichen Kantonen – darunter auch Zentralschweizer – könnte das Volk im Herbst das letzte Wort zur Umsetzung haben, sofern es zu Referenden kommt. In der Zentralschweiz indes dürften diese kaum so hohe Wellen werfen wie etwa in Zürich. Der Grund: Die Zürcher müssen den Gewinnsteuersatz fast halbieren, um bei den Leuten zu sein. Die sechs Zentralschweizer Kantone hingegen haben bereits tiefe Tarife. Zug, Nidwalden, Uri und Schwyz planen sogar eine Senkung (siehe Tabelle). Die Folge: Zug und Nidwalden werden Luzern als Kanton mit den bislang tiefsten Gewinnsteuern überrunden. «Die seit ein paar Jahren tiefste Gewinnsteuer erspart den Luzernern nun zwar einen finanziellen Kraftakt, der Sparpakete nach sich zieht, wie das in andern Kantonen der Fall sein wird. Doch Luzern verliert sein Alleinstellungsmerkmal, der Schweizer Standort mit den tiefsten Gewinnsteuern zu sein», sagt Käch. «Der Kanton droht darum in den Konzernzentralen aus den Kurzlisten mit den steuerattraktivsten Standorten zu fallen. Er steht dort in internationaler Konkurrenz.»

Einen Spezialfall stellt Schwyz dar: Dort liegt der Wert im Hauptort zwar höher als in der übrigen Zentralschweiz. Doch in der Gemeinde Freienbach, wo sehr viele internationale Statusgesellschaften zu Hause sind, kommt die Gewinnsteuer mit 11,93 Prozent sogar noch unter den Zuger Wert zu liegen.

Die Gewinnsteuer ist indes nicht die einzige Staatsabgabe, die für die Unternehmen eine Rolle spielt. Auch die Besteuerung von Dividenden, Kapital oder die Abzugsmöglichkeiten für Forschung und Entwicklung und Patentboxen spielen eine Rolle. In diesen Bereichen schneiden die Zentralschweizer im nationalen Vergleich ebenfalls ordentlich ab. Trotzdem spielt die regionale Standortkonkurrenz weiterhin. Luzern liegt in fast allen diesen Steuersparten hinter den Nachbarkantonen. Zug, Nidwalden und Schwyz haben meist die Nase vorne.

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