Wie die Regierungen eingreifen

Die weltweite Finanzkrise hat die Regierungen zum Eingreifen gezwungen. Ein Überblick über die wichtigsten Hilfsmassnahmen.

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Die weltweite Finanzkrise hat die Regierungen zum Eingreifen gezwungen. Ein Überblick über die wichtigsten Hilfsmassnahmen.

USA: Im Ursprungsland der Krise soll der angeschlagenen Bankenbranche ein Rettungspaket im Volumen von 700 Milliarden Dollar helfen. Kernidee ist, dass der Staat den Banken faule Kredite abkauft. Die Regierung erwägt inzwischen auch den direkten Einstieg bei notleidenden Geldinstituten.

Island: Die isländische Regierung kann per Gesetz die Kontrolle über die gesamte Bankenbranche übernehmen. Mehrere grosse Banken wurden verstaatlicht. Das Land befindet sich am Rande des Bankrotts.

Irland: Die irische Regierung verkündete als erste eine Garantie auf alle Einlagen bei den sechs grossen Banken des Landes, das Volumen der Zusage wird auf rund 400 Milliarden Euro geschätzt. Daraufhin zogen andere Länder mit ähnlichen Massnahmen nach oder erhöhten die jeweiligen nationalen Garantiebeträge: Griechenland, Österreich, Schweden, Dänemark.

Niederlande: Das Geschäft des Bankkonzerns Fortis in den Niederlanden wurde für 16,8 Milliarden Euro komplett vom Staat übernommen. Zudem hält die Regierung für Banken Notkredite im Umfang von 20 Milliarden Euro bereit.

Spanien: Die spanische Regierung hat eine Garantie für Bankanleihen bis zu 100 Milliarden Euro bis Ende des Jahres abgegeben. Ministerpräsident Zapatero erklärte, die Regierung habe auch die Möglichkeit einer Rekapitalisierung von Banken gebilligt.

Frankreich: Präsident Nicolas Sarkozy sagte gestern, der Staat übernehme Garantien für die Refinanzierung von Banken bis zu einer Höhe von 320 Milliarden Euro. Weitere 40 Milliarden Euro stünden für die Rekapitalisierung von Banken bereit. Die 360 Milliarden Euro seien eine Höchstsumme, die nicht erreicht werde, wenn die Finanzmärkte sich wieder normalisierten.

Belgien: Die belgische Regierung gab dem Bankkonzern Fortis eine Kapitalspritze von 4,7 Milliarden Euro und griff der Bank Dexia unter die Arme.

Italien: Die Hilfsmassnahmen werden auf rund 20 Milliarden Euro geschätzt. Es geht vor allem darum, die Regeln zu lockern, für welche Sicherheiten Banken frisches Geld leihen können.

Russland: Die verschiedenen staatlichen Massnahmen zur Stützung der Bankenbranche addieren sich auf 150 Milliarden Dollar. Die russische Finanzmarkt-Aufsicht setzt immer wieder den Handel an den Börsen aus, um den Kursverfall zu stoppen. (sda/ap)

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