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Widerstand gegen mehr Transparenz

Aktionärsrecht Der weltgrösste Stimmrechtsberater ISS wehrt sich gegen die Offenlegung seiner Doppelrolle bei Firmen. Widerstand gegen die von Schweizer Börse SIX geplante Trans­parenzrichtline leistet auch die Bankiervereinigung, allerdings aus anderen Gründen. Stimmrechtsberater und -vertreter haben in den letzten Jahren die Führungsetagen kotierter Firmen unter Druck gesetzt und die Unternehmen an eine kürzere Leine genommen. Doch jetzt blüht diesen Institutionen in den USA und Europa dasselbe.

In der Schweiz will die SIX die Stimmrechtsberater mit einer neuen Richtlinie zu mehr Transparenz verpflichten. Denn diese, allen voran ISS, geraten hierzulande wegen ihrer Doppelrolle an Generalversammlungen stärker unter Druck. Bei einigen Firmen berät ISS nämlich nicht nur deren institutionelle Investoren bei der Ausübung ihrer Stimmrechte, sondern ist bei denselben Firmen als Beraterin zu Corporate Governance tätig. Es gab Vorwürfe, dass ISS Anträge an die Generalversammlung ablehnte und Un­ternehmen dann die eigene Beratung anpries, respektive dass ihre Stimmrechtsempfehlungen käuflich seien.

ISS ist dagegen, Ethos ist dafür

ISS wehrt sich. Es gebe eine ­strikte Trennung zwischen der Stimmrechtsberaterin ISS und ihrer Beratungstochter ISS Corporate Solutions (ICS). ISS warnt, eine Offenlegung würde dazu führen, dass die Stimmrechtsexperten erst recht Informationen erhielten über jene Firmen, die ihre Tochter ICS berate. «Damit würde unser Ziel untergraben, dass die Forschungsteams nichts über die Identität der ICS-Kunden erfahren», teilt ISS mit. Die Vorwürfe, Unternehmen mit negativen Stimmrechtsempfehlungen unter Druck zu setzen, um Beratungsmandate zu erhalten, weist ISS vehement zurück.

Widerstand gegen die SIX-Transparenzregel kommt auch seitens der Bankiervereinigung. Diese argumentiert, es gehe nicht an, die Offenlegungspflicht den Unternehmen (Emittenten der Aktien) zu übertragen. Die Frage der Unabhängigkeit und Offen­legung solle dort gelöst werden, wo sie entstehe, nämlich bei den Stimmrechtsberatern.

Die Anlagestiftung Ethos dagegen begrüsst die Transparenzregel. Sie fordert aber, dass zusätzlich auch die Art des Be­ratungsmandats ausgewiesen werden soll. (sda)

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