Wicor plant Abbau von bis zu 150 Stellen

RAPPERSWIL-JONA. Die Industriegruppe Wicor mit Sitz im sanktgallischen Rapperswil-Jona will Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagern. In der Schweiz kommt es deshalb in den nächsten drei Jahren zu einem Abbau von bis zu 150 Arbeitsplätzen.

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Die Produktionsmaschine für Isolationspapier bei Weidmann Electrical Technology in Rapperswil: Stellen sollen abgebaut werden. (Bild: Keystone)

Die Produktionsmaschine für Isolationspapier bei Weidmann Electrical Technology in Rapperswil: Stellen sollen abgebaut werden. (Bild: Keystone)

Der Stellenabbau wird bei der Wicor-Tochter Weidmann Electrical Technology stattfinden. Laut einer Medienmitteilung des Arbeitnehmerverbandes Angestellte Schweiz wird vor allem der Standort Rapperswil, aber auch der Betrieb im glarnerischen Ennenda betroffen sein.

Unter Preiszerfall gelitten
Weidmann Electrical Technology stellt Isolationsmaterialien für Transformatoren her. Die Sparte habe unter dem Preiszerfall im Transformatorenmarkt und dem starken Schweizer Franken gelitten, schreibt Weidmann in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Dazu komme, dass Kunden zunehmend lokal einkaufen wollten, um Zeit und Transportkosten zu sparen.

Deshalb werde nun das bislang kleine Werk in Kroatien ausgebaut, und es würden weitere Verlagerungen in Werke in Nord− und Osteuropa vorgenommen. Der Stellenabbau in der Schweiz werde alle Bereiche, auch Führungs− und Supportfunktionen einschliessen, schreibt das Unternehmen. Am Entwicklungs− und Produktionsstandort Rapperswil werde weiterhin festgehalten.

Energiewende verschlafen
Der Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz kritisiert den geplanten Stellenabbau. Das Unternehmen habe die Energiewende verschlafen, schreibt der Verband. Aufgrund der Gewinnung von Strom aus alternativen Quallen sinke die Nachfrage nach herkömmlichen Transformatoren, neue Technologien seien gefragt. Diese habe Weidmann nicht im Angebot.

Der Verband zeigte sich zudem erstaunt, dass die Auslagerung eines Teils der Stellen in die politisch instabile Ukraine geprüft werde. Das zeuge nicht von vorausschauendem strategischen Denken des Managements.
Die Gewerkschaft Syna bedauert in ihrer Mitteilung besonders, dass es einmal mehr die schlechter Ausgebildeten seien, welche nicht weiter beschäftigt werden können.

Beide Arbeitnehmervertretungen fordern vom Unternehmen, den bestehenden Sozialplan anzupassen. Dieser sei für einen Stellenabbau in dieser grossen Dimension in zentralen Punkten stark verbesserungswürdig, schreibt Angestellte Schweiz. (sda)