WETTBEWERBSVERSTÖSSE: Verzinkereien büssen für Preisabsprachen

Verbotene Abreden kosten mehrere Feuerverzinker acht Millionen Franken. Gebüsst werden auch die Verzinkerei Oberuzwil und die Egnacher Zinctec.

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Jahrelang haben neun Feuerverzinker aus der Deutschschweiz und dem französischsprachigen Teil des Wallis untereinander Mindestpreise, Zuschläge und Preiserhöhungen abgesprochen. Anfang 2016 hat die Wettbewerbskommission (Weko) deswegen eine Untersuchung eröffnet und Hausdurchsuchungen vorgenommen (vgl. Ausgabe vom 18. Februar 2016). Nun hat die Weko das Verfahren mit Bussen von insgesamt 8 Millionen Franken abgeschlossen. Zu den Gebüssten gehören aus der Ostschweiz die Verzinkerei Oberuzwil AG mit laut Website 85 Beschäftigten und die Zinctec AG aus Egnach mit 50 Angestellten.

Wie die Weko schreibt, haben die Feuerverzinker zwischen 2004 und Anfang 2016 regelmässig Preisabreden getroffen. So vereinbarten sie etwa ein gemeinsames Vorgehen bei der Erhebung des Rohstoff- und Zinkteuerungszuschlags sowie des Transportmehrkostenzuschlags. Alle paar Jahre wurden gemeinsame Preiserhöhungen beschlossen. Derartige Preisabreden auf gleicher Marktstufe seien volkswirtschaftlich besonders schädlich und ein schwerer Verstoss gegen das Kartellgesetz, schreibt die Weko. Allerdings reduzierten die Wettbewerbshüter die Sanktionen, weil die Unternehmen unmittelbar nach der Untersuchungseröffnung Selbstanzeigen eingereicht hatten. Wie viel Busse die einzelnen Verzinkereien jeweils zu bezahlen haben, gibt die Weko zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt, wie Vizedirektor Frank Stüssi sagt.

Ins Rollen gebracht hatte die Untersuchung ein Unternehmen, das die Weko über das Kartell informiert hatte. Dank der Kronzeugenregelung wurde diese Firma nicht gebüsst.

Wie die Weko weiter schreibt, hätten die fehlbaren Feuerverzinker und die Vereinigung Schweizerischer Verzinkereien (VSV) in der Untersuchung kooperiert und zu einvernehmlichen Regelungen Hand geboten. In diesen Regelungen wurden für die Zukunft klare Verhaltensweisen festgelegt. Feuerverzinkung ist ein Korrosionsschutzverfahren für Stahl. Indem Stahlteile wie Schrauben oder Geländer in ein Zinkbad getaucht werden, wird verhindert, dass sie rosten. (sda/T. G.)