WETTBEWERB
Die Ostschweiz: Zielgenau im Durchschnitt

Nach acht Kriterien mass die Grossbank UBS die Kantone, um den wettbewerbsfähigsten zu finden. Die Kantone St.Gallen und Thurgau landeten dabei genau im Durchschnitt. So schlecht ist es da aber nicht.

Kaspar Enz
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Der Kanton Zug ist der wettbewerbsfähigste aller Kantone. Sagt die UBS.

Der Kanton Zug ist der wettbewerbsfähigste aller Kantone. Sagt die UBS.

Bild: Stefan Kaiser

Welcher Kanton ist der wettbewerbsfähigste? Das wollte die UBS wissen, und machte eine Studie dazu. Gewinner ist der Kanton Zug, gefolgt von Basel Stadt und Zürich. Weit abgeschlagen ist die Ostschweiz. Der Thurgau ist in der Rangliste auf Platz 12, St. Gallen auf Platz 13. Die beiden Kantone sind nicht nur in der Rangliste in der Mitte, auch bei allen Kriterien sind sie zielgenau im Durchschnitt.

Es gibt Unterschiede. Der Thurgau liegt bei Steuern und Staatsfinanzen zwar weit hinter Zug, den Nachbarn in St. Gallen ist er aber eine Nasenlänge voraus. St. Gallen hat das etwas bessere Humankapital – «Gschtudierte» – als der Thurgau, beide liegen aber weit hinter Zug, Basel und Zürich. Auch die St. Galler Wirtschaftsstruktur sei besser, da vielfältiger, sagt Studienautorin Katharina Hofer. Sie schlägt sogar Zug. Aber die Ostschweiz hat halt viel MEM-Industrie. Pharma- und Finanzindustrie wäre eben besser.

Ein Ausreisser in der Ostschweiz ist Innerrhoden. In den Kategorien Staatsfinanzen und Kostenumfeld bekommt der Halbkanton die volle Punktzahl. Auch beim Arbeitsmarkt gibt es 100 Punkte – trotz des zweitschlechtesten Humankapitals. Doch diese Topnoten reichen eben nicht weit, Innerrhoden ist in der Rangliste auf Platz 20.

Vielleicht lebt es sich in der Mitte gar nicht so schlecht. Das lassen zumindest die Ergebnisse von Stadler oder Arbonia vermuten. Der Thurgau ist zwar nur Platz 20 bei Innovation. Aber Stadler macht ja nicht Innovationen, sondern nur gute neue Züge. Und die Industrie in der Region St. Gallen kümmert Platz 17 in der Kategorie Erreichbarkeit wenig. Scheinbar erreichen sie noch genug Aufträge, das es für die höchste Auslastung seit über zehn Jahren reicht. Und das ist ja auch etwas. (ken)

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