Western, Leuchtturm und Begegnungen

Das 46. St. Gallen Symposium hat mit einem Western wenig gemein, wäre da nicht der Titel: «The Good, the Bad and the Ugly». Der Rosenberg ist allerdings nicht New Mexico und die Luft nicht bleihaltig, sondern gestern kalt und feucht.

Stefan Borkert
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Ruth Metzler-Arnold

Ruth Metzler-Arnold

Das 46. St. Gallen Symposium hat mit einem Western wenig gemein, wäre da nicht der Titel: «The Good, the Bad and the Ugly». Der Rosenberg ist allerdings nicht New Mexico und die Luft nicht bleihaltig, sondern gestern kalt und feucht. Der ehemalige HSG-Rektor Peter Gomez outet sich immerhin als Western- und Clint-Eastwood-Fan. Als nach einem Titel für das Symposium gesucht wurde, da kamen viele Vorschläge zum Thema Wachstum, doch es fehlte das gewisse Etwas. Und so schoss ihm plötzlich wie eine Kugel aus dem Revolver von Clint Eastwood der Titel von Sergio Leones legendärem Western durch den Kopf. Und siehe da, er passte auch auf die Wachstumsproblematik: gutes Wachstum, schlechtes Wachstum, hässliches Wachstum. Und während sich Professor Gomez nach 46 Jahren an der Uni über dieses Motto freut, suchen die zahlreichen Besucher aus aller Welt Schutz in den geheizten Räumlichkeiten der Alma Mater.

Verstehen, was passiert

Ein Urgestein des Symposiums ist auch Klaus W. Wellershoff. Schon als Student war er dabei und ist nun im sechsten Jahr hintereinander Workshopleiter. Er findet zwischen den Veranstaltungen noch Zeit für Gespräche und steigt dabei direkt in die Thematik ein. «Ich bin froh, dass wir uns mit diesem Thema intensiv beschäftigen, denn es ist absolut zentral. Ich bin mir nicht sicher, ob wir auf der richtigen Schiene sind. Aber wir müssen besser verstehen, was passiert.» Vor der Aula lacht plötzlich ein Fotograf auf. «Jetzt ist es schon so weit, dass Ruth Metzler ihren Badge zeigen muss», kommentiert der die Frage eines Journalisten nach deren Namen. «Üblicherweise ist es so, dass mich Ausländer in der Schweiz immer noch erkennen», sagt sie und fügt hinzu, sie sei Jahr für Jahr am Symposium. Für sie sei es ein Ort mit schönen Begegnungen. «Und für St. Gallen ist das Symposium ein Leuchtturm.»

Inputs fürs Unternehmen

Mehr Zeit für Begegnungen hat mittlerweile der ehemalige Spitzenruderer Heinrich Spoerry, seit er sich aus dem operativen Geschäft der SFS zurückgezogen hat. Das Symposium könne Impulse fürs Unternehmen geben, sagt er. Wenige Meter weiter treffen sich Isabel Stirnimann und Andreas R. Kirchschläger wieder. Beide waren früher in der Organisation des Symposiums aktiv. Und beide sind Juristen. «Wir sind hier eher die Exoten», lachen sie und tauschen Erinnerungen aus der guten alten Studentenzeit aus.

Peter Gomez (Bilder: Stefan Borkert)

Peter Gomez (Bilder: Stefan Borkert)