WERTPAPIERSPAREN
St.Galler und Luzerner Kantonalbank machen mobil in der freiwilligen Vorsorge

Das Wertpapiersparen in der Säule 3a digitalisieren und aufs Smartphone bringen: Ein solches Angebot wollen die beiden Geldinstitute binnen Jahresfrist lancieren. Den Kunden werden mehr Anlagemöglichkeiten und tiefere Gebühren versprochen. Auch die Thurgauer Kantonalbank hegt digitale Absichten.

Thomas Griesser Kym
Drucken
Teilen
So kann man auch sparen. Doch auf der Bank ist das Geld besser aufgehoben.

So kann man auch sparen. Doch auf der Bank ist das Geld besser aufgehoben.

Bild: Manuela Jans-Koch

Wer neben der AHV und der Pensionskasse noch mehr tun will für seine Altersvorsorge, für den bietet sich die dritte Säule an. In dieser können Erwerbstätige und Selbstständige jedes Jahr gewisse Maximalbeträge auf ein 3a-Konto einzahlen. Oder man kann in Fonds investieren, was höhere Renditechancen bedeutet, aber auch mehr Risiko.

Nun wollen die St.Galler Kantonalbank (SGKB) und die Luzerner Kantonalbank (LUKB) auch in diesem Geschäft digital werden. Innert Jahresfrist wollen sie mit Hilfe von zwei IT-Firmen ein mobiles Angebot auf den Markt bringen, das in die bestehenden Apps der beiden Banken integriert wird.

Kundinnen und Kunden nehmen der Bank Arbeit ab

In diesen sollen, so das Versprechen, «Kundinnen und Kunden ganz einfach ihr Säule-3a-Konto und eine entsprechende Wertschriftensparlösung eröffnen können. Alle Schritte, das heisst auch die Erstellung eines Risikoprofils, die Investitionen in verschiedene Vorsorgefonds oder die Überwachung der Vermögensentwicklung erfolgen direkt über das Smartphone.»

Was also bisher die Kundenberaterinnen und Kundenberater aus Fleisch und Blut erledigt haben, wird nun an die Kundschaft delegiert. So sparen die Banken Kosten. Das soll aber auch der Kundschaft zu Gute kommen, wie sie schreiben: «Durch den voll digitalisierten Prozess wird die Lösung für die Kundinnen und Kunden im Endeffekt preisgünstiger sein als analoge Alternativen.»

Von Swisscanto abgekoppelt

Kommt hinzu: SGKB-Sprecherin Jolanda Meyer stellt «mehr Anlagemöglichkeiten» in Aussicht, also «eine breitere Auswahl». Unter anderem bei den Vorsorgefonds musste sich die Branche neu orientieren und eigene Produkte kreieren, nachdem die Zürcher Kantonalbank (ZKB) vor sechs Jahren die Fondsgesellschaft Swisscanto ganz übernommen hatte, indem sie den anderen Kantonalbanken deren Anteile abkaufte.

Die ZKB ist zudem eine jener Banken, die bereits eine digitale 3a-Vorsorgelösung im Angebot hat, und zwar mit der App Frankly. Diese sei, schreibt die ZKB unter Verweis auf eine Moneyland-Auswertung, bei den Gebühren «60 Prozent günstiger als vergleichbare Angebote des Wertschriftensparens». Andere Banken, darunter die Graubündner Kantonalbank, und Finanzfirmen haben ähnliche digitale 3a-Angebote.

Mit anderen Banken in Gespräch, Thurgauer KB fährt auf eigener Schiene

Dass nun SGKB und LUKB in diesem «strategisch relevanten Thema» zusammenspannen, begründet Jolanda Meyer damit, dass man so «rasch und effizient» sei und die Entwicklungskosten teilen können. Auch wolle man die Zusammenarbeit auf weitere Banken ausdehnen: «Wir sind bereits mit anderen Banken im Gespräch, und es gibt Interessenten.»

Derweil will auch die Thurgauer Kantonalbank (TKB) den Kundinnen und Kunden künftig digitales Säule-3a-Wertpapiersparen ermöglichen, wie Banksprecherin Sabrina Dünnenberger sagt. Die Bank fokussiere dabei auf ihr elektronisches Kundenportal «Olivia», das sie vor drei Jahren lanciert hat und laufend mit neuen Dienstleistungen erweitert.

Bestehende Kundschaft soll wechseln können

Wie Jolanda Meyer von der SGKB zudem sagt, werden auch bestehende 3a-Kunden der beiden Banken, SGKB und LUKB, auf die digitale Plattform wechseln können. Bei Frankly von der ZKB funktioniert das so, dass beim Wechsel die Wertschriften verkauft und danach wieder neu investiert werden. In dieser Zeit ist der Kunde für wenige Tage nicht investiert. Bei den indexierten Fonds fallen zudem Ausgabe- und Rücknahmespesen zu Gunsten des Fonds an. Die Transaktionsgebühr wird dem Kunden aber erlassen.

Thurgauer KB erleichtert Kundschaft die Twint-Nutzung

Nach anderen Geldinstituten hat nun auch die Thurgauer Kantonalbank (TKB) eine eigene Twint-Bezahl-App lanciert. Diese wird mit dem Bankkonto verknüpft, wodurch Nutzer direkt in Läden, in Onlineshops oder an der Parkuhr bezahlen sowie anderen Twint-Nutzern Geld überweisen oder von ihnen empfangen können. Bisher mussten Twint-Nutzer mit Konto bei der TKB die Bezahl-App vorgängig mit Geld aufladen. Diese Prepaid-Lösung hatte die TKB seit 2015 im Programm. Mit der neuen App entfällt das Aufladen auf Vorrat. (T.G.)

Aktuelle Nachrichten