Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WERTPAPIERKÄUFE: Yellen gibt weniger Gas

Die US-Notenbank beginnt mit dem Abbau ihrer aufgeblähten Bilanz. Sie kauft künftig weniger Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere.
Renzo Ruf, Washington
US-Notenbankchefin Janet Yellen fährt den geldpolitischen Stimulus der Wertpapierkäufe allmählich zurück. (Bild: Jim Lo Scalzo/EPA)

US-Notenbankchefin Janet Yellen fährt den geldpolitischen Stimulus der Wertpapierkäufe allmählich zurück. (Bild: Jim Lo Scalzo/EPA)

Renzo Ruf, Washington

Die US-Notenbank Fed unter dem Präsidium von Janet Yellen glaubt nicht, dass die Hurrikane Harvey, Irma und Maria die amerikanische Wirtschaft durcheinanderwirbeln werden. Zwar reagiere die Konjunktur kurzfristig auf Naturkatastrophen, die Schäden in Milliardenhöhe verursachen, teilte der Offenmarktausschuss der Fed gestern nach der Sitzung des geldpolitischen Gremiums bekannt. Aber die Erfahrung zeige, dass sich solche Ereignisse mittel- oder langfristig nicht auswirkten. Deshalb hält die Fed an ihren Plänen fest: Der Leitzins wird frühestens im Dezember erneut erhöht und bleibt bis dann in der Bandbreite von 1,0 bis 1,25 Prozent. Und die aufgeblähte Bilanz der Fed wird ab Mitte nächsten Monats langsam abgebaut.

Die Notenbank sitzt derzeit auf Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren im Wert von über 4200 Milliarden Dollar, die sie während der Finanzkrise gekauft hatte, um die instabilen Finanzmärkte zu stützen. Nun will die Fed diesen Stimulus vorderhand um 10 Milliarden Dollar pro Monat zurück­fahren, indem der Erlös aus fällig gewordenen Papieren nicht mehr vollständig reinvestiert wird. Dieser graduelle Rückzug werde sich nicht negativ auf die US-Wirtschaft auswirken, sagen die Hüter des Dollars. So rechnen die Ökonomen der Fed für kommendes Jahr immer noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent – was in den USA mehr oder weniger Vollbeschäftigung entspricht.

Donald Trump kann Geldpolitik beeinflussen

Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass die Fed kommendes Jahr ihren Kurs korrigiert, denn das Leitungsgremium der Notenbank, das Board of Governors, steht vor einer Umwälzung, wenn kommenden Monat Vizepräsident Stanley Fischer zurücktritt. Nach dem Abgang des Verbündeten von Yellen werden nur noch drei der sieben ständigen Sitze in der Geschäftsleitung besetzt sein. Alle Mitglieder der Geschäftsleitung sind automatisch auch stimmberechtigte Mitglieder des Offenmarktausschusses. Mit anderen Worten: US-Präsident Donald Trump kann in den nächsten Monaten eine Mehrheit der Fed-Geschäftsleitung neu bestimmen, falls der Senat diesen Personalien zustimmt. Mit seiner ersten Nomination – dem früheren Bürokraten und Banker Randal Quarles aus Utah – hat der republikanische Präsident zwar bereits angedeutet, dass er keinen radikalen Kurswechsel anstrebt. Auch hat er wiederholt zustimmende Worte für Yellen gefunden, deren Amtszeit im Februar 2018 abläuft. Aber es ist anzunehmen, dass Trump Geldpolitiker nominieren wird, die seine wirtschaftspolitischen Ziele unverhohlener unterstützen. Immer wieder genannt wird in diesem Kontext Kevin Warsh, der von 2006 bis 2011 schon einmal in der Fed-Geschäftsleitung sass.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.