WERKSSCHLIESSUNG: Galgenfrist für Tipper Tie Alpina

Die Produktion der Flawiler Firma wird später eingestellt als angedacht. Doch Pläne eines Teilverkaufs und zum Erhalt als Servicestützpunkt sind vom Tisch.

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Vor acht Monaten hat der US-Mischkonzern Dover die Tipper Tie Group an die JBT Corporation aus Chicago verkauft. Seither ist klar, dass der Standort der Tipper Tie Alpina GmbH in Flawil geschlossen wird (vgl. Ausgabe vom 20. Januar). Zunächst war in Aussicht gestellt worden, das Unternehmen per Mitte dieses Jahres dicht zu machen, also mit Datum von heute. Mittlerweile aber ist klar, dass diese Frist verlängert wird. Zwar will JBT-Sprecher Jeff Scipta auf Nachfrage keinerlei Auskunft erteilen, doch Recherchen unserer Zeitung zeigen, dass die Schliessung der Flawiler Firma auf voraussichtlich Ende Jahr verschoben ist.

Angekündigt worden war eine Restrukturierung der Tipper Tie Alpina schon vor anderthalb Jahren von Dover. Der Grund: Das Unternehmen mit damals 55 Beschäftigten, das Maschinen zur Fleischverarbeitung und Wurstherstellung baut, arbeite unter zu hohen Produktionskosten und leide unter der Frankenstärke.

Die Rührmaschinen werden abgewickelt

Immerhin hatte Dover noch ein Türchen offen gelassen: So wollte man versuchen, für das Segment der Bowl Choppers (Rührmaschinen) einen Käufer zu finden, und beabsichtigt war, den Standort Flawil nach der Aufgabe von Produktion und Montage als Verkaufs-, Service- und Engineering-Stützpunkt zu erhalten.

Unter der neuen Eigentümerin JBT haben sich diese Hoffnungen inzwischen zerschlagen. So hat sich der Konzern laut einer Ankündigung «nach einer stra­tegischen Überprüfung unseres Produktangebots» entschieden, die Produktion der Chopper abzuwickeln. Diese werde «in den kommenden Monaten eingestellt». Zudem werden die gesamten Service- und Supportfunktionen an die norddeutsche Tipper Tie Technopack GmbH übertragen, eine Schwestergesellschaft der Tipper Tie Alpina. Vom Flawiler Standort aus werde Support nur noch während einer Übergangszeit gewährleistet.

Künftig fokussiert die Tipper Tie Group auf Hängesysteme für die automatisierte Wurstherstellung und auf Maschinen, welche die gefüllten Wurstdärme an den Enden mit einem Clip verschliessen. Aber auch davon hat Flawil nichts. Denn ihre Clipmaschinen werden an andere Standorte der Tipper Tie Group in Deutschland und den USA verlegt. Seit geraumer Zeit schon weg aus Flawil ist das Auftrags- und Supportwesen der Clipmaschinen. Dieses wird seit Mitte 2016 von der Tipper Tie Technopack erledigt.

Thomas Griesser Kym

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