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Wer zu viel abhebt, zahlt

Ab Neujahr auferlegt Raiffeisen Kunden, die von Sparkonten mehr abheben als erlaubt, einen Strafzins. Die systemrelevante Bankengruppe will damit ihre Liquidität steuern.
Thomas Griesser Kym
Raiffeisen setzt die Rückzugsbedingungen für Spargelder ab Neujahr «konsequent durch» und verhängt bei Verstössen Strafzinsen. (Bild: pd)

Raiffeisen setzt die Rückzugsbedingungen für Spargelder ab Neujahr «konsequent durch» und verhängt bei Verstössen Strafzinsen. (Bild: pd)

ST. GALLEN. Wer als Kunde einer Bank dort Konten hat, ist beim Abheben von Geld meist an gewisse Limiten gebunden. Das soll verhindern, dass zu viele Kunden zu viel Geld auf einmal zurückziehen. Denn die Bank verleiht das Geld der Sparer an Kreditnehmer, und diese ausgeliehenen Gelder, etwa für Hypotheken, sind an Fristen gebunden. Sollten viele Sparer viel Geld auf einmal beziehen, käme die Bank unter Umständen in einen Liquiditätsengpass, weil sie die Kredite nicht ebenso unmittelbar zurückfordern kann.

Liquidität sichern

Raiffeisen geht nun ab Neujahr neue Wege bei den Rückzugsbedingungen für Geld von Privat- und von Sparkonten. Denn per August 2014 ist Raiffeisen von der Schweizerischen Nationalbank als systemrelevante Bank eingestuft worden. Damit einher gehen nicht nur schärfere Anforderungen ans Eigenkapital, sondern auch an die Liquidität, um die Bank sicherer zu machen. Zur Steuerung dieser Liquidität kann die Bank auch die Einlagen der Kunden auf deren Konten heranziehen. Dafür hat sich Raiffeisen entschieden (während etwa die ebenfalls systemrelevante Zürcher Kantonalbank ihre Liquidität mit anderen Massnahmen steuert).

Zwei Prozent Strafzins

Bei Raiffeisen bedeutet das, dass Kunden, die ihre Rückzugslimiten ohne eine fristgerechte Kündigung des Kontos übersteigen, eine Gebühr oder ein Strafzins von 2% auf dem Differenzbetrag verrechnet wird. Ein Beispiel: Von seinem Raiffeisen-Sparkonto kann der Kunde maximal 20 000 Fr. pro Monat beziehen. Bezieht er nun aber ohne vorgängige Meldung an die Bank auf einmal 30 000 Fr., so muss er auf die Differenz von 10 000 Fr. einen Strafzins von 2% zahlen, entsprechend 200 Franken.

Wie Raiffeisen-Sprecher Franz Würth sagt, gilt diese Regelung schon bisher. Nur habe man sie in der Praxis nicht umgesetzt. «Wir sind recht grosszügig gewesen und haben das zugelassen», sagt Würth. Komme hinzu, dass solche Überschreitungen der Rückzugslimiten auch Einzelfälle seien.

«Nur noch in Härtefällen»

Künftig ist Raiffeisen aber nicht mehr kulant. Ab Neujahr werden die «Rückzugsbedingungen konsequent durchgezogen», sagt Würth. Ausnahmen seien «nur noch in Härtefällen möglich». Würth nennt etwa eine hohe Zahnarztrechnung oder einen Aussendienstler, der nach einem Totalschaden seines Autos umgehend ein neues braucht, weil er sonst nicht mehr arbeiten könnte. Wie Würth weiter sagt, wird es künftig bei Raiffeisen auch nicht mehr möglich sein, den Zahlungsverkehr über das Sparkonto abzuwickeln. Dafür sei das Privatkonto gedacht.

Wer überzieht, zahlt noch mehr

Raiffeisen kommt den Kunden aber auch entgegen. So fällt die Rückzugslimite auf dem Privatkonto von 50 000 Fr. pro Monat. Künftig ist der ganze Saldo jederzeit verfügbar. Ausserdem wird die Limite auf dem Mitglieder-Sparkonto gelockert. Bisher konnte man 30 000 Fr. pro Semester beziehen, neu sind es 20 000 Fr. pro Quartal, und die Kündigungsfrist wird von sechs auf drei Monate halbiert.

Von den Rückzugslimiten zu unterscheiden ist der Kontoüberzug, wenn also ein Kunde mehr Geld bezieht, als er auf dem Konto hat und ins Minus fällt. Dann «belastet die Bank einen Sollzins, der sich nach dem Markt richtet». Derzeit empfiehlt Raiffeisen Schweiz den einzelnen Raiffeisenbanken einen Zins von 10%.

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